Was wird mit dem Euro?

Von Anfang an war klar, dass Spanien zu den PIIGS Ländern gehörte. Zuerst  musste in Athen geholfen werden, dann aus anderen Gründen in Dublin, bald wird Lissabon folgen und dann sind unweigerlich Spanien und wahrscheinlich Italien dran. Ich erinnere mich, dass bei Einführung des Euro gefragt wurde, wieso Griechenland und Irland mit in’s Boot genommen würden? „Die sind so klein, das spielt garkeine Rolle“, war die stereotype Antwort.

Keiner dachte daran, dass die Länder mit bislang miesen Währungen nun einer starken Währung angehören würden, und in ihrer Bonität demzufolge mit den starken Ländern der Euro Zone gleichziehen würden. Plötzlich hatten diese Länder Zugang zu viel billigeren Krediten als zuvor. Statt mit diesen billigen Mitteln die Staatsschulden zu reduzieren, pumpte man das Geld in den Bankenzyklus, und von dort aus wurden unter anderem die Immobilienblasen finanziert, die jetzt Spanien und Irland plagen.

Was tun? Ich bekomme fast täglich Aufforderungen, meine Millionen aus Euro und US-Dollar herauszunehmen und sie stattdessen in Schweizer Franken, Singapore Dollars oder sonstwas zu investieren. Nun, ich habe keine Millionen, also bin ich da sorgenfrei.

Aber was passiert mit unseren Renten? Es ist abzusehen, dass diese gerade dazu reichen werden, die Grundbedürfnisse des Lebens zu bestreiten, das gilt für mich und alle anderen, die ihre Lebensarbeitszeit in einem der PIIGS Länder verbracht haben.

Glücklich, wer da in einer abbezahlten Eigentumsimmobilie wohnt. Das ist wahrscheinlich zur Zeit der beste Rat fur diejenigen, die mit dem Wenigen, das sie haben, garkeine Möglichkeit haben, aus dem Euro auszusteigen: Nutzt die gesunkenen Immobilienpreise um etwas zu kaufen. Zunächst ein Eigenheim, und wenn dann noch was übrig ist, sollte man sich wirklich überlegen, eine Geschäfstimmobilie in guter Lage zu kaufen, die monatlich 1.000 oder mehr € abwirft.

In Palma bekommt man ab 200.000 schon ganz ansehnliche Ladenlokale.

Wohin soll ich bloss mit meinem Geld?

Die Wirtschaftskrise, aus der wir längst noch nicht draussen sind, bewirkt die erstaunlichsten Entwicklungen. Nachdem die Banken durch ihre eigennützige und fehlerhafte Anlageberatung jedwede Glaubwürdigkeit verloren haben und offenbar auch nciht in der Lage sind, alternative oder neue Investmentmöglichkeiten zu schaffen, werde jetzt sogar ich gefragt, wo man sinnvollerweise investieren könnte. Mich erstaunt das sehr, denn ich bin nun wirklich kein Anlageberater.

Ich habe den Verdacht, dass man mich in erster Linie deshalb fragt, weil man möchte, dass ich mich zur Werthaltigkeit von Immobilien auf den Balearen äussern soll. Na, dann tu ich das mal:

Durch den Kauf einer Ferienimmobilie auf den Balearen macht man bestimmt nichts Falsches. Das investierte Geld bringt zwar keine Zinsen, aber die Werthaltigkeit ist dann so gut wie sicher, wenn man die Immobilie nicht mit Hilfe einer Hypohek finanziert hat. Gerade in Krisenzeiten kann es passieren, dass dem Hypothekenschuldner das Geld ausgeht, und dann muss er zur Unzeit zu jedwedem Preis verkaufen.

Falsch ist die Annahme, man könne eine solche Ferienimmobilie zu einem Renditeobjekt machen. Man will das Häuschen ja schliesslich auch selbst nutzen, deshalb kommt nur wochenweise Vermietung in Betracht, … und die ist verboten, zumindest auf den Balearen. Das haben die Hoteliers so durchgesetzt, die die Konkurrzne der Privatvermieter scheuen. Nun ist es ja bekanntlich so, dass es immer wieder Zeigenossen gibt, denen es vollkommen wurscht ist, was legal und was illegal ist, und die dennoch wochenweise vermieten. Sie nehmen dabei billigend in Kauf, dass das so erwirtschaftete Geld bei ihnen stets kohlpechrabenschwarz ist, denn für illegale Tätigkeiten sollte man tunlichst keine Rechnung ausstellen. (Motto: Ich mach zwar Unerlaubtes, aber blöd bin ich nun auch wieder nicht). Die Gefahr, von der örtlichen Tourismusbehörde erwischt zu werden, hängt davon ab, wie gut oder schlecht Sie sich mit Ihren Nachbarn stehen. Alle bisher durch meine Hände gegangenen, zum Teil sehr saftigen, Strafen gingen auf Anzeigen missgünstiger Nachbarn zurUck.

Abzuraten ist von der Investition in reine Mietobjekte. Es gibt in Spanien nicht eine Mieterkultur wie in Deutschland oder der Schweiz. Don’t be gentle, it’s a rental, ist hier das Motto. Die Mietsache bekommen Sie vollkommen runtergewohnt wieder, nachdem Sie den zahlungsunwilligen Mieter nach langem Prozess rausgeworfen haben.

Andere Anlagemöglichkeiten? Naja, Palmölplantagen sollen sehr rentabel sein, nur sind sie so umweltschädlich, dass man tunlichst verschweigt, wo man sein Geld reingesteckt hat. Auch indische Textilfabriken locken mit hohen Renditen, aber wer will diese schon mit Kinderarbeit verdienen? „Compliance“ ist längst für Wirtschaftsunternehmen ein Thema und wird es in zunehmendem Masse auch für Privatpersonen.

Neulich habe ich von einer relativ neuen Anlagemöglichkeit gehört: Wald Fonds. In Nord- und Südamerika gibt es das schon seit langem, aber in Mitteleuropa ist es neu. Wald hat keine hohe Rendite, 2% ist viel. Aber die Werthaltigkeit von Wald ist nur mit der von Edelmetallen zu vergleichen.. Bei grossen Vermögen ist es üblich geworden, etwa 10% desselben in Wald anzulegen. Derzeit werden da enorme Gewinne erzielt, da die Nachfrage nach Wald steigt, und damit die Preise ebenfalls.

Nur, wie bewirtschafte ich meinen Wald, wenn ich von Beruf Anwalt bin, und deshalb vom Wald keine Ahnung habe?

Wer mehr wissen möchte, kontaktiere mich bitte.

Kündigung von Verträgen

Immer wieder muss ich mich damit auseinandersetzen, dass deutsche Klienten einen spanischen Vertrag einseitig kündigen, oder, das kommt insbesondere beim Mietvertrag vor, dass man die vertraglichen Leistungen einseitig verändert. Ich denke da insbesondere an Mieteinbehalt wegen Mängeln an der Mietsache.

Was in Deutschland rechtens ist, ist nicht automatisch in Spanien rechtens. Das deutsche Zivilrecht ist eine weisen Männern des 19 Jahrhunderts entsprungene Neuschöpfung, die später von den Griechen und den Japanern kopiert wurde. Mit dem Recht anderer Länder hat das deutsche Zivilrecht nur wenig gemein.

Das spanische Zivilrecht läuft fest in der Nachfolge des römischen Rechts. Da heisst es:  „Pacta sunt servanda“, frei übersetzt: „Was ausbedungen worden ist, muss erfüllt werden.“ Konsequenterweise sieht das spanische Recht nur sehr begrenzte Möglichkeiten vor, in denen geschlossene Verträge einseitig aufgekündigt werden können, eigentlich nur dann, wenn Vertreter für Dritte einen Vertrag geschlossen haben.  (Art 1293 Códico Civil).

Art. 1256 des Código Civil sagt wörtlich:“Die Gültigkeit oder dier Erfüllung der Verträge unterliegen nicht der Entscheidung einer der parteischliessenden Parteien.“ Klarer geht’s nicht.

Das bedeutet: Eine Veränderungen der im Vertrag ausbedungenen Rechte und Verpflichtungen kann entweder nur einvernehmlich durch die Parteien geschehen oder aber durch das Gericht.

Patientenverfügung

Bisher galten deutsche Patientenverfügungen in Spanien nicht, weil hier Vollmachten und Verfügungen nur dann Gültigkeit haben, wenn der Vollmachtgeber im Moment, in dem von der Vollmacht Gebrauch gemacht wird, selbst geschäftsfähig sein muss, wass regelmässig dann nicht der Fall ist, wenn der Patient im Koma liegt.

Nun kann man zum spanischen Notar gehen und ein „testamento vital“ abfassen, idem man bestimmt, was mit einem im Krenkheitsfalle passieren soll und ganz besonders, was nicht passieren soll.

Das Gute daran ist, dass man gleich auch noch eine Person seines Vertrauens bevollmächtigen kann, die dafür sorgt, dass der Wille des Patienten auch tatsächlich respektiert wird.

Gültigkeit erlangt das „testamento vitalício“ wenn es bei der Consellería de Salut eingetragen ist. In Palma befindet diese sich in der Calle Cecilio Metello [wo?]

Mit meinem Geld kann ich machen, was ich will!

Froh, frischgewaschen und friedfertig geht man zur Bank, um eine Überweisung nach wohin auch immer in Auftrag zu geben.

Man kommt schlecht gelaunt, verschwitzt und aggressiv wieder heraus, weil, wie der nette Bankangestellte es sagt, „das System die Überweisung nicht zulässt,“ wenn man nicht eine ganze Latte von Erklärungen abgibt, weshalb, warum und besonders wieso man diese Überweisung vornimmt.

Es kann dann durchaus vorkommen, dass der angegebene Zahlungsgrund vom „System“ nicht vorgesehen ist, und man schliesslich irgend einen Blödsinn angibt, nur damit die Zahlung rausgeht.

Es ist oft zum Verzweifeln, aber die Gesetze sehen es nun einmal so vor, und es hat wenig Sinn, dem Bankangestellten unfreundlich zu kommen, der kann am wenigsten dafür.

Ähnlich ist es auch, wenn man Geld nach Spanien schickt. Es ist ja eine Mähr, wenn immer wieder behauptet wird, nicht residente Konten seien unkontrolliert, und da könne man schillerndes, graues oder gar schwarzes Geld bunkern. Ab 90.000 € will das „System“ wissen, woher das Geld kommt, und dann reicht nicht einfach eine persönliche Erklärung im Stile „das Geld kommt von meiner Oma“, nein, da müssen dann Dokumente vorgelegt werden.

Wer keine Nachweise beibringt, dem kann es passieren, dass sein Konto blockiert wird, zumindest was das Verfügen über Kreditkarten anbelangt.

Jeder tut gut daran, sich ein zuprägen, dass man mit seinem Geld eben nicht machen kann, was man will, und wichtiger noch: Wir alle haben einen  ungewollten, ja ungeliebten Geschäftspartner: Den Fiskus

Immobilienbesteuerung

Derzeit werden in Spanien lebende Immobilieneigner beim Verkauf geringer steuerlich belastet, als solche, die im Ausland leben. Laut ertönt ihr Wehgeschrei…

Und dieses ist unterdessen in Form einer Klage bis nach Luxembourg zum EuGH gelangt.

Man erwartet ein Urteil für das kommende Jahr, aber es ist genauso möglich, dass die spanische Regierung dieser Ohrfeige zuvorkommt und eine Gleichstellung noch vorher gesetzlich regelt.

Das würde bedeuten, dass Nichtresidenten in Zukunft mit einer Besteuerung des Gewinns bei Immobilienverkäufen zwischen 15 und 18% (statt bisher 35%) rechnen können.

Wenn Urteil oder Gesetz da sind, hier wird man davon erfahren.

Bargeldkontrolle kommt zurück

Viele erinnern sich noch: Zu Francos Zeiten und bis zum EU Beitritt Spaniens durfte man nur begrenzt Bargeld ins Land bringen. Wer mehr als den Gegenwert von 30.000 PTAS dabei hatte, musste das beim Grenzübertritt der Guardia Civil melden, sonst konnte man das Geld nicht bei der Bank einzahlen, ja man lief sogar Gefahr, dass es konfisziert wurde.

Seit einigen Tagen gilt dieses Procedere wieder. Begründung: Kontroll des schwarzen Geldes. Als ob sich ausgerechnet Spanien plötzlich zum Garant für sauberes Geld aufschwänge!

Nein der Grund liegt natürlich bei unserem Freund Dabbel Ju in Washington, der unter dem Prätext der Bekämpfung des internationalen Terrorismus immer ein wenig mehr den totalen Überwachungsstaat einführen will.

Seine lieben Alliierten folgen ihm da brav. Bei allem Ärger, es ist ratsam, die Vortschrift zu beachten, denn wie gesagt, wenn’s ganz schlimm kommt, kann das Geld weggenommen werden. Die Beweislast, dass es sich dabei nicht um schmutziges Geld handelt, liegt beim „Schmuggler“.

In diesem Zusammenhang scheint es angebracht, daran zu erinnern, dass Bargeld ein legales Zahlungsmittel ist.

Plus Valía

Die Plus Valía ist eine gemeindliche Steuer, die sich aus der Veränderung des Kathastyerwertes einer Immobilie seit dem letzten Eigentümerwechsel errechnet.

Sie hat also nicht mit der Wertsteigerung der Immobilie am Markt zu tun. Zwar stand schon immer im Gesetz, dass diese Steuer vom Verkäufer zu bezahlen sei, allerdings war es auf den Balearen üblich, diese Steuerlast auf den Käufer anzuwälzen.

Das geht nun nicht mehr, denn seit dem 1.1.07 gilt per Gesetz, dass der Verkäufer zu zahlen hat und anderweitige Absprachen unwirksam sind.

Der Käufer ist daher gut beraten, wenn er sich vorher ausrechnen lässt, wie viel die Plus Valía ausmachen wird, und diesen Betrag beim Notar vom Verkäufer einfordert. Denn sollte, der Verkäufer die Zahlung der Plus Valía „vergessen“ haftet die verkaufte Immobilie.

Das bedeutet, dass die Gemeinde in Embargo eintragen wird, und das kann schlimmstenfalls bis zur Zwangsversteigerung führen.

Steuer bei Immobilienverkäufen

Bisher war es so, dass bei Immobilienverkäufen von Nichtresidenten vom Kaufer 5% des Kaufpreises einbehalten und an den spanischen Fiskus als Vorsteuer abgeführt wurde.

Daran hat sich an sich nichts geändert, allerdings wurde die Vorsteuer im Einkommensteuergesetz für 2006 auf 3% abgesenkt.

Die Bezeichnung „Vorsteuer“ sagt es ja schon: Damit ist es nicht getan, denn zum nächstfolgenden Einkommensteuertermin musste bisher der Verkäufer seinen erzielten Gewinn mit 35 % abzüglich des als Vorsteuer bereits bezahlten Betrages versteuern.

Das wirklich Neue ist, dass dieser Steuersatz nun auf 18% abgesenkt wurde, womit die Ungleichbehandlung zwischen Verkäufern mit Steuerwohnsitz in Spanien und denen, die diesen im Ausland haben, aufgehoben wurde.

Erbschaftssteuer

Die Regierung der Balearen hat ein altes Wahlversprechen wahr gemacht: Die Erbschaftssteuer wurde je nach Verwandschaftsgrad bis auf 1% abgesenkt.

Die Zuständigkeit der Balearenregierung beschränkt sich allerdings nur auf solche Fälle, bei denen der Erblasser seinen ersten Wohnsitz auf den Balearen hatte.

Sogenannte Nicht-Residenten müssen ihre Erbschaftssteuer nach wie vor beim zentralen Finanzamt in Madrid entrichten und dort gelten nach wie vor die zum Teil sehr hohen Steuersätze. Es ist daher sehr anzuraten, genau durchzurechnen, ob es nicht sinnvoll ist, sich auf den Balearen als Resident anzumelden.

Allerdings Vorsicht: Wer hier Resident ist, also seinen ersten Wohnsitz auf den Balearen hat, der muss hier sein Welteinkommen versteuern.