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Immobilienbesteuerung

Derzeit werden in Spanien lebende Immobilieneigner beim Verkauf geringer steuerlich belastet, als solche, die im Ausland leben. Laut ertönt ihr Wehgeschrei…

Und dieses ist unterdessen in Form einer Klage bis nach Luxembourg zum EuGH gelangt.

Man erwartet ein Urteil für das kommende Jahr, aber es ist genauso möglich, dass die spanische Regierung dieser Ohrfeige zuvorkommt und eine Gleichstellung noch vorher gesetzlich regelt.

Das würde bedeuten, dass Nichtresidenten in Zukunft mit einer Besteuerung des Gewinns bei Immobilienverkäufen zwischen 15 und 18% (statt bisher 35%) rechnen können.

Wenn Urteil oder Gesetz da sind, hier wird man davon erfahren.

Plus Valía

Die Plus Valía ist eine gemeindliche Steuer, die sich aus der Veränderung des Kathastyerwertes einer Immobilie seit dem letzten Eigentümerwechsel errechnet.

Sie hat also nicht mit der Wertsteigerung der Immobilie am Markt zu tun. Zwar stand schon immer im Gesetz, dass diese Steuer vom Verkäufer zu bezahlen sei, allerdings war es auf den Balearen üblich, diese Steuerlast auf den Käufer anzuwälzen.

Das geht nun nicht mehr, denn seit dem 1.1.07 gilt per Gesetz, dass der Verkäufer zu zahlen hat und anderweitige Absprachen unwirksam sind.

Der Käufer ist daher gut beraten, wenn er sich vorher ausrechnen lässt, wie viel die Plus Valía ausmachen wird, und diesen Betrag beim Notar vom Verkäufer einfordert. Denn sollte, der Verkäufer die Zahlung der Plus Valía „vergessen“ haftet die verkaufte Immobilie.

Das bedeutet, dass die Gemeinde in Embargo eintragen wird, und das kann schlimmstenfalls bis zur Zwangsversteigerung führen.

Steuer bei Immobilienverkäufen

Bisher war es so, dass bei Immobilienverkäufen von Nichtresidenten vom Kaufer 5% des Kaufpreises einbehalten und an den spanischen Fiskus als Vorsteuer abgeführt wurde.

Daran hat sich an sich nichts geändert, allerdings wurde die Vorsteuer im Einkommensteuergesetz für 2006 auf 3% abgesenkt.

Die Bezeichnung „Vorsteuer“ sagt es ja schon: Damit ist es nicht getan, denn zum nächstfolgenden Einkommensteuertermin musste bisher der Verkäufer seinen erzielten Gewinn mit 35 % abzüglich des als Vorsteuer bereits bezahlten Betrages versteuern.

Das wirklich Neue ist, dass dieser Steuersatz nun auf 18% abgesenkt wurde, womit die Ungleichbehandlung zwischen Verkäufern mit Steuerwohnsitz in Spanien und denen, die diesen im Ausland haben, aufgehoben wurde.

Erbschaftssteuer

Die Regierung der Balearen hat ein altes Wahlversprechen wahr gemacht: Die Erbschaftssteuer wurde je nach Verwandschaftsgrad bis auf 1% abgesenkt.

Die Zuständigkeit der Balearenregierung beschränkt sich allerdings nur auf solche Fälle, bei denen der Erblasser seinen ersten Wohnsitz auf den Balearen hatte.

Sogenannte Nicht-Residenten müssen ihre Erbschaftssteuer nach wie vor beim zentralen Finanzamt in Madrid entrichten und dort gelten nach wie vor die zum Teil sehr hohen Steuersätze. Es ist daher sehr anzuraten, genau durchzurechnen, ob es nicht sinnvoll ist, sich auf den Balearen als Resident anzumelden.

Allerdings Vorsicht: Wer hier Resident ist, also seinen ersten Wohnsitz auf den Balearen hat, der muss hier sein Welteinkommen versteuern.