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Fasnacht 1973

Wo jetzt in Rentweinsdorf der Marktsaal steht, stand bis in die 80er Jahre hinein der Heroldssaal. Er hieß so, weil ihn die Familie Herold zusammen mit der Schlossgaststätte bewirtschaftete.

Auf der Nordseite befand sich eine Bühne, auf der die Músik spielte und ab und zu wunderbare Theaterstücke von einer zusammengewürfelten Laiengruppe aufgeführt wurden.

Gegenüber gab es ein Separee mit großen Fenstern und darüber eine Empore. Sie umgab ein Flair des Geheimnisvollen, denn man konnte von unten nicht sehen, was da oben passierte.

Im Heroldssaal fanden die Versteigerungen der Lose fürs Brennholzsammeln im Wald statt. Dort wurden auch Dia-Vorträge abgehalten, nachdem der Diakonieverein mit dem Bus nach Südtirol gefahren war. Dort fand die Kinderfasnacht nach dem Umzug ihren Höhepunkt.

Wir Buben waren entweder als Cowboys oder Indianer verkleidet. Wichtig war aber nur, dass wir eine Klatsche hatten, mit der wir die Mädchen „batschen“ konnten. Manchmal gelang es nicht, uns gegen unsere Mutter durchzusetzen, die Cowboy und Indianer langweilig fand. Einmal verkleidete sie mich als Räuber. Nicht nur ich fand, dass ein Räuber so nicht aussieht. Sie hatte sich wohl eher an die romantischen Vorstellungen aus den Märchen gehalten. Über mir aber brachen Hohn und Spott herein.

Großereignisse waren die großen Fastnachtsbälle, die der Fußballverein mit großem Einsatz und Aufwand organisierte. Damals hießen diese Veranstaltungen noch Kappenabend, es genügte eine diskrete Verkleidung.

Im Jahr 1973 war es dann wieder so weit., der 1. FC Rentweinsdorf lud zum Ball. Bader-Meinhof waren noch nicht lange im Gefängnis und wer auf sich hielt, ging als Terrorist oder als dessen Braut.

Der Heroldssal war brechend voll, die Kapelle spielte vom Dreher bis zum Twist alles rauf und runter, die Stimmung war ausgelassen und der Kassenwart der Fußballer war zufrieden, weil viel mehr Leute gekommen waren als angenommen. Die Eintrittskasse klingelte.

Da entstand plötzlich ein Tumult am Eingang. Sofort bahnten sich die stärksten und stämmigsten Burschen ihren Weg zum Eingang und rangen dort jemanden zu Boden.

Es war still geworden im Saal und schnell verbreitete sich die Nachricht, ein Vermummter habe mit vorgehaltener Pistole die Kasse rauben wollen.

Nach kurzem Kampf hatte man den Räuber mit starken Fäusten gesichert. Man riss ihm die Maske vom Gesicht. Das nächste, was geschah, war ein Aufschrei, denn hinter der Maske kam das Gesicht unserer Mutter zum Vorschein: „Ach Godd, die Barona!“

Dann trat Stille ein, und ich glaube es war der Feuerwehrhauptmann, der sich vor der Missetäterin aufbaute, um ihr eine Standpauke zu halten: Sowas täte man nicht in diesen aufgewühlten Zeiten, das sei kein Spaß, sie hätte sich und andere unglücklich machen können, wenn etwas Ernstes passiert wäre. „Äs des a Schbridsbistoln is, had doch kanner könn säh in den Gerangl!“

Er hatte ja vollkommen Recht. Wir begleiteten unsere Mutter mit hängenden Köpfen nach Hause. Dort verlangte sie nach Sekt. Nicht um zu feiern, wie sie betonte, sondern um sich vom Schreck und den Schmerzen zu erholen.

Offenbar hatten die Burschen kräftig zugelangt.

Verkleidet als luxemburgischer Oberst

Zu Hause gab es eine Verkleidungstruhe. Dort landete vom ausrangierten Abendkleid meiner Mutter über alte Livreen bis zu Tante Kaulas „Stehbrunshosen“ alles, was nicht mehr gebraucht wurde. Die Truhe war für unser alltägliches Spielen von Bedeutung, aber wenn die Faschingszeit kam, war sie geradezu unersetzlich. Es war wichtig, früh genug ein Kostüm rausgenommen zu haben, sonst ging es einem, wie meinem Vetter Schorsch, für den nur noch das schon erwähnte Abendkleid übrigblieb, in dem allerdings trotz spärlichen Brusthaars allerliebst aussah.

In einem speziellen Schrank hingen die Uniformen unseres Vaters und unseres Großvaters. Die waren sakrosankt, denn wie unsere Mutter und unsere Großmutter wortgleich sagten, hätten die beiden darin „ihren Leib zu Felde getragen.“ Es ging wahrhaftig martialisch zu bei uns. Wir bemerkten das erst viel später.

Die Uniform unseres Vaters war und suspekt, denn dass die Wehrmacht in allerlei Drecksarbeit verwickelt gewesen war, hatte man sogar damals schon im Unterfränkischen vernommen.

Nicht so die Uniform unseres Großvaters. Er war bei den Fürstenwalder Ulanen, dessen Ehrenkommandeur Zar Alexander II von Russland gewesen war. Die Hosen hatten rote doppelte Biesen und die Uniformjacke viele goldblitzende Knöpfe. Die Schulterstücke zeigten das A II des Ehrenkommandeurs. Eine davon habe ich noch heute, siehe das Photo.

Irgendwann waren die Eltern nicht da, es wurde Fasching gefeiert und meine Patentante lag in Erlangen im Krankenhaus. Mich stach der Hafer und ich probierte die Uniform meines Großvaters, er war damals Oberleutnant. Erstaunlicherweise passte sie mir und so beschloss ich, meine Tante im Krankenhaus als kaiserlicher Ulan zu überraschen.

Ein Erlangen fragten mich die Passanten, was das denn für eine Uniform sei, und ich antwortete, ich sei luxemburgischer Oberst, was mir auch alle abnahmen, zumal ich versuchte, mit französischem Akzent zu sprechen. Ich bezweifle, dass ich mit meiner Verkleidung der Tante eine große Freunde bereitet habe, immerhin liefen die Krankenschwestern zusammen, weil: „an so an schönna Offizier ham mir fei noch nie gsehn do herin.“ Ich nehme an, sie bezogen sich auf die Uniform.

Unbemerkt hängte ich zu Hause die Uniform wieder in den Schrank, und nichts geschah – bis die Tante von dem Überraschungsbesuch erzählte und ich doch noch einen Anpfiff bekam, der wie zu erwarten darin gipfelte, in dieser Uniform habe mein Großvater seinen Leib zu Felde getragen.

Vor dem ersten Weltkrieg bekam das Leibregiment des Zaren A II von diesem natürlich entsprechende Geschenke, unter anderem ein goldene Schnapsbecher mit einer goldenen Karaffe, aus denen nur zu ganz besonders hohen Festen der Christenheit im Offizierskasino Schnaps getrunken wurde.

Nach dem Krieg fand man für das Service keine Verwendung mehr und ließ die wertvollen Stücke einschmelzen, um damit die Witwen der gefallenen Regimentskameraden zu unterstützen.

Groß war das Erstaunen, als der Juwelier mitteilte, das Zeug sei nichts wert, es handele sich um vergoldetes Blei.

Offenbar hatte der Zar Gold bestellt und bezahlt, der Hofjuwelier in Sankt Petersburg aber hatte Blei geliefert. Wollen wir mal hoffen, dass es so war.

Die spinnen alle!

Wenn Sie Kleist heißen, dann hören Sie bitte hier auf, zu lesen.

Für alle anderen, weiter im Text. Mein Vater sagte immer, „alle Kleists spinnen“. Da schloss er den Dichter durchaus mit ein. Er hatte allerdings Grund für diese Annahme, denn die Schwägerin seiner Mutter war eine geborene Kleist. Diese Tante war irrsinnig fromm, irrsinnig egozentrisch und ging ihm schon als Bub auf die Nerven, was womöglich daran lag, dass sie auch seiner Mutter auf die Nerven ging.

Sie gehörte zu den Flüchtlingen unter unseren Verwandten und hatte als solche erstmal einen Bonus.

„Die Armen, die haben alles verloren.“ Das hörte ich vieltausendmal und mit der Zeit hatte ich den Eindruck, dass unter „alles verloren“ weniger die Felder, Schlösser und Wälder gemeint waren, als vielmehr der Status, das Familiensilber und die Ahnenbilder. Es war geradezu grotesk, mit welcher Nonchalance die geflüchteten Verwandten behandelt wurden. „Wenn der Vetter Paul im Sommer auf den Bock eingeladen wird, dann habe ich meine gesamtdeutsche Schuldigkeit getan“. Diese Herablassung spürten natürlich auch die betroffenen Verwandten und fanden das nur bedingt komisch.

Zwar wurde die Tante Kleist, sie hieß Ruth mit Vornamen, nicht auf einen Bock eingeladen, dennoch kam man nicht umhin, sie im Sommer für einige Tage im Haus zu haben. Sie erklärte dann hauptsächlich denen, die es nicht wissen wollten, den Inhalt der Bibel, wozu sie sich berufen fühlte, denn sie hatte ständig Kontakt mit wichtigen Theologen. Was sie beim Nachmittagstee erzählte, würde man heute wie folgt bezeichnen: „A personalized approach to piety.“ Es ging ihr in erster Linie darum, ihre eigene Wichtigkeit unter besonderer Berücksichtigung der Leiden Jesu Christi darzustellen.

Ich war nicht dabei, aber offenbar hat ihr meine Großmutter irgendwann die Leviten gelesen, worauf sie beleidigt abreiste und auch in den kommenden Jahren nicht wiederkam. Niemand sprach darüber, aber alle waren erleichtert.

Es kam dann die Zeit, dass unsere Großmutter krank wurde und schließlich im hohen Alter starb.

Vor dem Saal, in dem sie aufgebahrt war, übten wir Vettern, einen Sarg zu tragen, wobei mein jüngster Bruder das Gewicht auf dem Schragen geben musste. Dabei hat er sich an einer Lampe derart den Kopf angeschlagen, dass er fast ärztlich versorgt werden musste.

Die Beerdigungsvorbereitungen liefen auf Hochtouren, als einen Tag vor dem Ereignis ein Brief von Tante Ruth einging. Er war datiert auf den Tag vor Großmutters Tod und war voller Elogen über die schon so lange andauernde schwägerliche Liebe zwischen beiden. Großmutter konnte sich ja nicht mehr wehren. Es handelte sich ganz offenbar um einen Brief für die Nachwelt.

Unser Vater war sofort alarmiert und sagte voraus, Tante Ruth werde am Grab eine Show abziehen, „wahrscheinlich hüpft sie rein“. Er gab deshalb einem der Enkel, er war Offizier und zum Fallschirmjäger ausgebildet worden, den Auftrag, während der Zeremonie nicht von Tante Ruths Seite zu weichen.

Als nun die Gemeinde langsam am offenen Grab vorbeidefilierte, um drei Schäufelchen Erde oder eine Blume hinabzuwerfen, kam schließlich auch Tante Ruth an die Reihe. Der Fallschirmspringer bewachte sie.

Und tatsächlich, am Grab angekommen, machte die alte Dame plötzlich seltsame Bewegungen worauf der uniformierte Aufpasser ihr sofort unter die Arme griff, um das Vorhergesehene zu verhindern.

Tante Ruth aber wehrte sich und rief für alle hörbar, sie wolle vor dem Grab im Gebet niederknien.

Das wäre der über 80 Jahre alten Tante Ruth niemals gelungen und darum sei meinem lieben Vetter Klaus hier en Denkmal gesetzt, der verhindert hat, dass die Tante ins Grab fiel.

Nachhilfe in Kommunismus

Mein Großvater in Thüngen war von 1930 bis 1932 Mitglied des Berliner Reichstages. Er war dorthin für eine kleine Partei gewählt worden, die „Deutsch Landvolk“ hieß und wahrscheinlich ebenso wenig bedeutend war, wie der Aufenthalt meines Großvaters in der Politik. Ich nehme an, dass es ihm in erster Linie darum ging, in den politisch wankenden Zeiten der Weimarer Republik eine Partei zu repräsentieren, die eindeutig dafür war, dass der landwirtschaftlich genutzte Boden in Privathand blieb.

Meine Mutter kam damals in die Schule und als die Kinder nach dem Beruf der Väter gefragt wurden, hatte sie keine Ahnung, was ihr Vater in Berlin trieb. Als der Bub, der vor ihr an der Reihe war, erklärte, sein Vater sei Fleischbeschauer, sagte die Tochter des Reichstagsabgeordneten in ihrer Not: „Mein Vater ist auch Fleischbeschauer“. Später berichtete sie davon, was ihr Vater aus Berlin erzählte. Das waren insgesamt zwei Geschichten. Die erste erzählte er mit gewissem Stolz, denn während einer der ersten Sitzungen des Parlaments habe ihn die kommunistische Politikerin Clara Zetkin angesprochen und gesagt: „Na, Herr von Thüngen, haben Sie schon bemerkt, was das hier für ein Sauladen ist?“ Offenbar war er geschmeichelt, dass ihn die berühmte Politikerin angesprochen hatte.

Die andere Geschichte, die ebenfalls nicht von politischer Bedeutung ist, spielte sich in der Bahn ab und ging so: „Als der Zug in Halle hielt, rief ein Mann andauernd auf dem Bahnsteig „warme Würstchen, warme Würstchen. Das Geschrei ging uns ziemlich auf die Nerven, bis sich der Kollege Meyer-Darmstadt aus dem Fenster lehnte und dem Mann zurief: „Heiße Meyer.“

Wenn mein Großvater schon nicht in die Annalen des Deutschen Reichstages eingegangen ist, so hat er doch immerhin den Anekdotenschatz der Familie bereichert.

Ich habe mich mit meinem Großvater nie über Politik unterhalten. Ich nehme an, dass er durchgängig CSU gewählt hat, weil auch diese Partei dafür war, dass der landwirtschaftlich genutzte Boden in Privathand blieb. Wofür er sonst noch war, wurde nie ganz klar artikuliert, immerhin war vollkommen unstreitig, dass er vom Kommunismus nichts, aber auch gar nichts hielt. Da half auch keine Clara Zetkin nicht.

Letztlich interessierte sich mein Großvater nur für zwei Dinge, das aber mit Leidenschaft: Die Jagd und die Landwirtschaft. Mein Vater, der in erster Linie etwas vom Wald verstand, hatte mit seinem Schwiegervater, den der Wald ausschließlich als Habitat für Hirsch, Reh und einiges nicht jagdbares Getier interessierte, nur ein sehr begrenztes Fenster gemeinsamen Gesprächsstoffes.

Eines Tages, ich war schon Student, stellten beim Mokka nach dem Mittagessen ein Onkel -ein weiterer Schwiegersohn – und ich fest, dass der gewesene Politiker keine Ahnung davon hatte, was Kommunismus ist, außer natürlich, dass Clara Zetkin ihm anhing und im Übrigen aufs Schärfste abzulehnen war. Dies schon allein deshalb, weil die Kommunisten nichts davon hielten, den landwirtschaftlich genutzten Boden in Privathand zu belassen.

Ich gebe zu, es war eine der vergnüglichsten „Käffchenzeiten“ in Thüngen, mitzuerleben, wie mein Onkel, der mindestens so konservativ war wie sein Schwiegervater, unter Verleugnung seiner selbst versuchte, der Lehre von Karl Marx Eingang ins Thüngener Burgschloss zu verhelfen. Seinen Bemühungen war allerdings nur bescheidener Erfolg beschieden. Schließlich rief er in letzter Verzweiflung in den Raum, an dessen Wänden Hirschgeweihe, das Gehörn kapitaler Rehböcke, ja sogar der ausgestopfte Kopf eines Mufflons hingen, hinein:

„Das Sein bedingt das Bewusstsein, kannst du das verstehen?“

„Natürlich, denn wenn ich nicht der Baron Thüngen wäre, hätte ich keinen Wald und dann würde mich die Jägerei auch nicht interessieren.

Du müsstest Buße tun!

Nach dem Mittagessen gingen wir immer hinunter ins Erdgeschoss, um bei unserer Großmutter „Käffchen“ zu trinken.

Dazu war es wichtig, die Sprachregelung zu kennen, denn für sie war Kaffee, der in kleinen Kannen serviert wurde, Mokka und Milch aus kleinen Kännchen Sahne. Es hätte Blümchenkaffee oder entrahmte Milch sein können. Es blieb bei Mokka und Sahne.

Es wurde alles besprochen, was so anlag, allerdings gab es zwei Themen, die immer wieder hochkamen. Das war zunächst der Umstand, dass sich unsere Großmutter darüber beklagte, immer weniger zu sehen. Die andere Sache, die sie sichtlich mehr bewegte, waren ihre Kommentare über zwei Familienmitglieder, die sie nicht ausstehen konnte.

Eigentlich war sie das Liebenswerteste und Verzeihendste, was man sich nur vorstellen konnte, aber diese beiden Herren der Schöpfung waren bei ihr unten durch. Ganz egal ob sie ein neues Auto kauften, beim Ehebruch erwischt wurden, einfach mal wieder ihre Unfähigkeit bewiesen hatten oder verdientermaßen gefeuert wurden, in den Augen und den Schilderungen unserer Großmutter waren sie nur schwer von Beelzebub zu unterscheiden. Sie ließ kein gutes Har an ihnen und betonte das auch immer wieder.

Damals waren die Grenzen des gesellschaftlich Akzeptierten eng gesetzt.

Wenn ich das richtig einschätze waren für Großmutter diese Grenzen eigentlich die des preußischen Exerzierreglements. Da konnte man sich keine Extravaganzen erlauben, wer nicht spurte flog halt raus aus dem weiten, liebenden Herzen der alten Dame.

Das mit dem Augenlicht machte mir als kleines Kind schon Sorgen. Wir „Kleinen“ durften zwar zum Käffchen mitkommen, bekamen aber keine eigene Tasse. Meistens blieb es bei einem mit Kaffee vollgesogenen Stück Würfelzucker.

Damals kam unsere Großmutter jeden Abend die zwei Etagen nach oben, um uns dort vorzulesen. Besonders liebte ich die Geschichte um Klein Pea von Pearl S. Buck. Das war ein chinesischer Bub, der in einem Haus mit Fenstern aus Papier wohnte. Seine Lieblingsnascherei waren Tangulurs, mit Schokolade überzogene trockene Feigen auf einem Spießchen. Unser Entzücken war unbeschreiblich, als wir Großmutters bekannte Schritte auf dem Flur hörten und sie dazu wie der chinesische Händler „Tangulurs, Tangulurs“ rief. Den Schokoladeüberzug hatte sie, um Krach mit unserer Mutter zu vermeiden, weggelassen.

Wenn Großmutter immer schlechter sehen konnte, was passiert dann mit dem Vorlesen am Abend?

Glücklicherweise gab es ein Procedere, das sowohl die Augenprobleme als auch ihren Brass auf die beiden Taugenichtse regelmäßig auf Normalniveau brachte. Alle vier Wochen etwa, beklagte sie sich, nun wirklich nichts mehr zu sehen und die beiden Bösewichter hätten mal wieder gezeigt, wie Recht sie doch mit ihrer Einschätzung hätte.

Das war der Moment, dass unser Vater seiner Mutter sanft die Brille von der Nase zog und sie von einer undurchdringlichen Schicht von Staub und Fliegendreck befreite.

So wurde stets und wirksam die Operation am grauen Star verhindert. Wenn dies gelungen war, nahm Vater ihre Hand in die seine und sagte:

„Du musst beiden dankbar sein, dass sie immer wieder beweisen, Spitzbuben zu sein. Stell dir vor, es würde sich plötzlich herausstellen, beide wären ehrlich, treu, erfolgreich und wahrheitsliebend. Du müsstest ja Buße tun, weil du wider beide jahrelang falsch Zeugnis geredet hättest.“

Beschiss verjährt nicht!

Wenn es draußen unwirtlich und grau wird, haben wir drinnen gespielt. Meistens waren es Kartenspiele, mit denen und unseren Klassenkameraden wir ganze Nachmittage in der Runden Eckstube verbrachten.

Sehr beliebt war das Quartett-Spiel. Das zu spielen war etwas unfair, denn es handelte sich um das sogenannte Familienquartett, bei dem eine Tante jeweils vier Fotos eines Onkels, einer Großmutter oder eines Vetters in vier Sequenzen zu einem Quartett zusammengestellt hatte. Die Idee war, dass wir unsere Verwandten kennen lernen sollten. So wurde halt das halbe Dorf aufgeklärt, wer Onkel Otto war. Unfair war es deshalb, weil wir uns unter „Tante Hesi fährt Ski“ oder „Tante Marline schält Kartoffeln“ etwas vorstellen konnten. Unsere Freunde zunächst nicht. Wenn es eine Karte „Gottfried liegt im Schnee“ gegeben hätte, wäre auch das schwierig gewesen, denn unsere Freunde hätten zunächst ausgerufen: „Ach Goodla, der Baron is hiegabollerd.“

Später spielten wir unendliche Runden von Rommee und Kanaster. Ich bin sicher, dass all diese Spiele uns alle Konzentration, Kombination und Gedächtnis beigebracht haben, ohne dass wir das bemerkt hätten. Wir Kinder spielten drinnen mit großem Spaß, draußen regnete es und manchmal gab‘s sogar „Blädsla“. Der Star unter den Spielen war „Rasender Roland“. Dabei bekam jeder Spieler ein vollständiges Set Karten, also 52 Stück, die er schnell vor sich aufblättern musste. Kam eine zwei, durfte er diese Karte hinlegen und die andern mussten, die Farbe bekennend, ihre aufsteigenden Karten drauflegen. Gewonnen hatte, wer zuerst keine Karten mehr in der Hand hatte.

Das führte unweigerlich zu Geschrei und Auseinandersetzungen, besonders dann, wenn jemand wieder versucht hatte oben die richtige Karte hinzulegen, versteckt darunter aber noch einige weitere Karten loswerden wollte.

Rufe wie „Beschiss“, „Meine Caro Dame lag fei zuerst“, „Ich spiel nicht mehr mit“ und „So kann jeder Depp gewinnen“ waren an der Tagesordnung. Es gehörte zum Spiel, sich möglichst witzige und womöglich beleidigende Attribute für den Gegner auszudenken. Das führte durchaus zu Knuffen und ausgewachsenen Keilereien, die, so ordnete unsere Mutter an, auf dem Gang auszutragen waren.

Diese Auseinandersetzungen wirkten lange nach, manchmal waren wir wegen ungeklärter Betrugsvorwürfe tagelang miteinander „Bock“. Der damalige Sprachgebrauch bedeutete, dass wir keineswegs „Bock aufeinander“ hatten, ganz im Gegenteil, wir sprachen nicht mehr miteinander und behandelten uns gegenseitig wie Luft.

Manchmal dauerte die Säuernis aber auch Jahrzehnte: Man schrieb das Jahr 1987 und meine Patentante bereitete ihren 60. Geburtstag vor, der mit allem Pomp und Gepräge begangen werden sollte. Ihre Neffen und Nichten halfen bei der Vorbereitung des Festes und irgendwann legte ich ihr eine Gästeliste vor, die ich nach Gesichtspunkten des Grades der Verwandtschaft zusammengestellt hatte. Die Tante blätterte die Seiten durch und gab ihre Kommentare ab: „Lebt der überhaupt noch?“ „Naja, die blöde Henne muss halt auch eingeladen werden“ und so weiter. Sie stimmte allen Vorschlägen mal freudig, mal verhalten zu, doch dann stockte ihr Finger auf der Zeile, die einem ihrer Vettern zugedacht war: „Der wird nicht eingeladen!“ Wir redeten ihr gut zu, denn wir befürchteten ein größeres Familienzerwürfnis. Die Tante aber blieb hart und so verlagerte sich unser Interesse immer mehr auf die Frage, was der Grund für die Abneigung sei. Sie wollte mit der Sprache nicht herausrücken. Als wir damit drohten, den Vetter hinter ihrem Rücken doch einzuladen, wenn sie nicht mit der Sprache herausrückte, nuschelte sie schließlich: Naja, der hat in unserer Kindheit immer beim Rasenden Roland beschissen.“

Der kleine Bruder kommt

Als unser jüngster Bruder in Bamberg zur Welt kam, packte uns am Morgen unser Vater in seinen VW Käfer und kutschierte uns vier in die Frauenklinik am Markusplatz. Alle meine Geschwister sind dort geboren, außer mir, aber das ist eine andere Geschichte. Die ganze Autofahrt über war ich weniger neugierig auf den Neugeborenen, als auf das, was er uns mitgebracht haben würde. Ich spekulierte auf ein Matchbox Autochen. Die kamen damals neu aus England rüber und hatten den Vorteil, dass sie im Gegensatz zu den von Vicking produzierten Modellen durchaus auch mal einen Tritt vertrugen.

Als wir auf die Klinik zugingen, lief vor uns ein Mann, und als der gerade an der Haupttür angekommen war, kam ihm ein anderer Mann entgegen, der ihm zurief: „No Günder, had die Fraa wieder a Glanns grichd?“ Die Antwort war wirklich verblüffend: „Wassd, Bedä, ich sooch der aans: Ich hald mich do raus.“ Ich war damals sieben Jahre alt und zu klein, um die Tragweite dieser Worte zu erfassen, irgendwie daneben kam mir die Unterhaltung aber schon vor.

Nun durften wir ins Zimmer unserer Mutter. Damals gab es schon rooming in. Neben ihrem Bett lag in einem kleinen Bettchen ein rosiger kleiner Botz. Uns wurde gesagt, es sei ein Bub und bis zur Taufe liefe er unter dem Decknamen Dominicus. Das war der Heilige des Tages seiner Geburt. Ich gestehe, dass ich mich für den Neugeborenen nicht sonderlich interessierte. Toll war, als Mutter darauf hinwies, wie klein doch ihr Bauch geworden sei. Tatsächlich sah man unter der Decke die Wölbung nicht mehr, die ich in den vorvergangenen Monaten mit zunehmender Besorgnis hatte wachsen sehen.

„Was hat er uns denn mitgebracht?“, fragte ich vorlaut. Da packte Vater vier Spielzeugposaunen aus. Ich war hingerissen. Ich kannte das Instrument aus dem Posaunenchor in der Kirche. Man konnte bei den Dingern wie bei einer echten Posaune an dem Rohr ziehen und der Ton veränderte sich. Ich war selig. Leider wurden die Instrumente sofort wieder eingepackt, weil wir damit eine derartige Kakophonie losließen, dass die Stationsschwester in höchster Besorgnis Mutters Zimmer erstürmte. Daraufhin gestaltete sich unser Abschied etwas abrupt und Vater lud uns wieder in den VW, um zum Grünen Markt zu fahren. Dort gab es damals etwas ganz Neues, das Eiscafé Venezia. Es wird unterdessen wahrscheinlich schon von der dritten oder vierten Generation weitergeführt. Damals standen ein behäbiger schnauzbärtiger Italiener und seine Ehefrau, die von allen nur „Mamma“ gerufen wurde, hinter der Eisvitrine und verteilten Köstlichkeiten in Waffeln und Glasbecher, die in seltsamen Farben schillerten.

Es war August und wir saßen auf den Stühlen draußen. Das war auch gut so, denn Vater hatte versprochen, wir dürften zur Feier des Tages so viel Eis essen, wie wir wollten, was natürlich mit einer riesigen Sauerei auf dem Tisch einherging, denn wir probierten reihum und waren ausgelassen. Irgendwann fragte „la Mamma“, was wir denn da zu feiern hätten. Mit Händen und Füssen berichteten wir von der Geburt unseres Bruders. Die Dame zählt kurz ab und als sie merkte, dass unser Vater nun fünf Kinder hatte, wurde er zum Ehrenitaliener erklärt, und es gab noch einen Eisbecher auf’s Haus

Die Heimfahrt dauerte etwas länger, denn der Schwester wurde es schon in Hallstadt schlecht, ich schaffte es bis Breitengüßbach und in einem Graben vor Reckendorf musste Vater den beiden anderen Brüdern den Kopf halten.

Nachmittags ging es uns dann wieder so gut, dass bei einer Rauferei mit einem meiner Brüder meine Posaune den Gang alles Irdischen nahm.

Den Geld sei Hanswurschd und in ein Kalobb auf’n Grab zu!

Lange hatte ich gedacht, dass Geld nur dazu diene, Späßchen zu finanzieren. Für mich war das ein zwanzig Pfennig Eis beim Edeka, für unsere Mutter war es, wie sie sich ausdrückte „Stöffchen kaufen“ in Bamberg. Unser Vater brauchte überhaupt kein Geld. Dass er es war, der das Geld verdiente, ja, das sagte Mutter immer wieder. Nur, Geld war vollkommen unwichtig, denn die Kartoffeln lagerten im Keller, die Schorns Marie kochte jeden Tag ein Essen, im Frühling hingen die Kirschen an den Bäumen und im Herbst waren es dann die Äpfel.

Dass Geld notwendig war, bemerkte ich erst als meine älteren Geschwister und später auch ich ins Internat kamen. „Das kostet für jeden einen VW im Jahr“ sagte mein Vater“. Es war für mich unvorstellbar, wie es zugehen konnte, dass meine Mutter einen VW Käfer hatte, mein Vater auch einen, die wurden alle drei Jahre ausgewechselt, aber in diesen drei Jahren bezahlte Vater noch neun weitere VWs in Form von Schulgeld nach Schondorf am Ammersee! Wenn ich faul war, und das war ich meistens, plagte mich das schlechte Gewissen und ich überlegte welchen der 365 Teil-Volkswagen ich wohl an diesem Tag versaubeutelt hätte, einen Kotflügel, die Stoßstange oder die Scheibenwischer?

Aber mit zunehmender Neugier fragte ich mich, wie es Vater denn anstellte, einen derartig riesigen Haufen Geld zu verdienen. Im Internat bemerkte, dass alle meine Kameraden Väter mit anständigen Berufen hatten. Arzt, Fabrikant, Anwalt, Bankier, Zeitungsschreiber, klar, das waren Berufe. Einer sagte, seine Mutter sei Saatzuchtassistentin. Darunter konnte ich mir gar nichts vorstellen. Das war etwa ebenso geheimnisvoll, wie das, was mein Vater tat, denn der fuhr zur Erntezeit mit seinem VW über die Felder und redete mit dem Mann, der da droben auf dem Mähdrescher saß. Im Winter fuhr er durch den Wald und redete mit den Holzfällern. Außerdem wurde er von Mutter auf den Hochsitz geschickt, wenn die Kühltruhe fast leer war. Ansonsten diktierte er im Büro Briefe. Und damit konnte man 3 VWs pro Jahr verdienen? Womöglich kam das Geld aus der Brauerei? Wahrscheinlich nicht, denn Vater sagte immer, die brauereieigenen Gaststätten seien ein Ruin und nannte sich selbst „Gottfried der Klosettbauer“, weil die sanitären Anlagen dort, in den Arbeiterwohnungen und im Schloss bis zu seinem Eingreifen vorsintflutlich waren.

Einmal, da war ich schon etwas älter, unterbreitete mir Vater, zum Geburtstag dürfe ich mir diesmal nur „Einwas“ und das bitte klein wünschen, die Holzpreise seien im Keller. Ich bekam ein Taschenmesser. Aber immerhin verstand ich nun, dass die Bäume, die im Winter im Wald gefällt wurden, verkauft wurden und wenn der Holzpreis schlecht war, hatte das unmittelbare Auswirkungen auf unser Leben, das eben nicht nur dadurch gesichert war, dass die Kartoffeln im Keller lagen.

Einerseits hat diese tristanhafte Unwissenheit von all dem, was die Welt bewegt, dazu beigetragen, dass ich eine unbeschwerte Jugend hatte. Der Nachteil ist, dass ich nie ein wirkliches Verhältnis zum Geld aufbauen konnte. Das war nicht schlimm, denn zunächst brauchte ich wenig und später als Anwalt hab ich halt einen Zahn zugelegt, wenn man den Boden der Kasse schon sehen konnte.

Jetzt bin ich Rentner und muss erstmals in meinem Leben von dem leben, was da monatlich immer gleich reinkommt. Ich gestehe, dass mich das nervös macht. Ich befürchte, knauserig zu werden, wo ich doch bisher dem ausgegebenen Geld weder nachgerechnet noch nachgeweint habe.

Aber was hat doch immer die Schorns Marie gesagt, während sie die Kartoffelklöße ins Wasser gleiten ließ?

„Was ist der Mensch? – Den Geld sei Hanswurschd und in ein Kalobb auf’n Grab zu!“

Eine perfekte Definition meiner neuen Situation über die ich mich auch noch amüsieren kann. Was will man mehr?

 

Fränkisch mt Stolz!

Im Fernsehen kommt fränkisch nur einmal vor, nämlich dann, wenn in Veitshöchheim Fasnacht gefeiert wird. Und dann wird gelacht.

Ja, man lacht über das Fränkische und damit lacht man auch über die Franken. Wir werden nicht ernst genommen und das liegt wohl in erster Linie an den Unbilden der Geschichte.

Wenn man genau sein will, dann hat Franken im Jahr 962 n. Chr. aufgehört zu existieren. Damals kam mit Otto I. der erste Sachse auf den Kaiserthron, der sich natürlich noch daran erinnerte, welches unsägliche Leiden die fränkischen Herrscher über sein Volk gebracht hatten. Darum sorgte er dafür, dass der vakant gewordene fränkische Herzogsstuhl nicht wiederbesetzt wurde.

Titularherzog war seither der Bischof von Würzburg, aber Franken als Staat gab es nicht mehr. Nirgend war der berühmte Flickenteppich kleinkarierter als hier. Man kann das noch heute sehen: Im Dorf A sieht man auf den Toren zu den Bauernhöfen Kugeln, die den Reichsapfel darstellen sollen, die waren reichsunmittelbaren Rittern lehnspflichtig. Im benachbarten Dorf B sind es Zirbelnüsse auf den Toren, die waren klerikalen Herrschern lehnspflichtig.In Gneisenau sind es sogar abwechselnd Reichsäpfel und Zirbelnüsse. Durch die Reformation wurde die Sache nicht besser. Abgesehen von Nürnberg spielte Franken politisch keine Rolle, wollte es auch gar nicht, die verschiedenen Fürstbischöfe und Äbte aalten sich lieber in ihrem Prunk und Protz.

Eines ist sicher: Die Bedeutung einer Sprache geht Hand in Hand mit der politischen Bedeutung des Landes, in dem sie gesprochen wird. Und das Bewusstsein der eigenen Sprache läuft dieser Bedeutung hinterher.

Als Franken in mehreren Etappen zu Beginn des 19. Jahrhunderts bayerisch wurde hatte sich dort längst das „mia san mia-Gefühl“ durchgesetzt. Wenn selbst der König bayerisch spricht, dann ist die Sprache im Wortsinn hoffähig und damit hoffärtig geworden. Klar, dass die aus den angrenzenden Nordgebieten stammenden Neubayern mit ihrer Sprache keinen Fuß auf den Boden bekamen.

Das hat sich bis heute nicht geändert: Wenn im BR über was auch immer in Franken berichtet wird, spricht der Reporter ganz selbstverständlich bayrisch. Die Idee, einen fränkisch sprechenden Reporter nach Wolfratshausen zu schicken traut man sich erst gar nicht zu auch nur zu denken.

Und darum sind wir es gewohnt, dass Schauspieler aus Alt-Bayern nach Veitshöchheim kommen und versuchen, die Fasnachtssendung aufzumischen. Die finden diese Sendung blöd, weil sie den fränkischen Humor nicht verstehen und weil sie in guter alter Tradition den fränkischen Dialekt lächerlich machen.

Im Fernsehen tummeln sich bräsige altbayerische Polzisten und Kommissare. Wenn ein blöder Polizist gebraucht wird, dann spricht der unter Garantie fränkisch.

Gerade las ich auf facebook einen Kommentar vom Liedermacher Wolfgang Buck, dem Gerhard Polt nach einer fränkischen Fasnachtssendung gesagt hat, die Franken müssten sich nicht wundern, wenn man sie nicht ernst nähme.

Offenbar hat Wolfgang Buck das so hingenommen. Mich erbost das, denn die Äußerung des geschätzten Gerhard Polt zeigt doch nur, dass er auf dem Schlitten alter Vorurteile sitzt, Franken nicht verstanden hat und immer noch denkt, Bayern trüge zu Recht einen bunten Rock und dünke sich besser denn seine Brüder.

Scheiserlameisala!

 

Fei Obbachd

 

Autoren – Lesung

aus dem Buch

„Die Kloßköchin und der Pfarrer von Gerach“

Geschichten aus den Haßbergen und dem Maindreieck

Von

Hans von Rotenhan

 

 

 

Termine:

Samstag, 21.9.19, 17 Uhr       Marienstraße 26, Haus May

                          Königsberg /Bay

Montag 23.9.19, 15 Uhr        Brauerei-Gaststätte Hartleb

                          Maroldsweisach

Donnerstag, 26.9.19, 19 Uhr    Ebern Heimatmuseum

                          Neben dem Grauturm

Freitag, 27.9.19, 18.30 Uhr      Knetzgau, Café awoccino der AWO

                          Hainerter Straße 6

 

Spenden und Beiträge gehen zugunsten des Orgelneubaus in der Marienkirche in Königsberg.