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Deutschland, eine Waldsiedlung.

Es ist eine alte Tradition in Deutschland, dass der Mensch zuerst einmal nach seinem Benehmen beurteilt wird.

Das war ganz besonders in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg zu beobachten: Da wurde reihenweise die Mitgliedschaft in der Nazi Partei verharmlost. Es war wichtiger, dass er oder sie „wahnsinnig anständig“ waren, dass er oder sie ja an sich gar keine Nazis waren und damals nur deshalb eingetreten sind, weil das für den Betrieb so notwendig gewesen war. Rohstoffe, Saatgut oder Zwangsarbeiter wurden halt nur an die Betriebe verteilt, deren Direktoren oder Eigentümer sich zum nationalsozialistischen Gedankengut bekannten. Das tat man eben am besten dadurch, dass man Parteigenosse wurde.

Alle verstanden, dass das mit der Partei doch gar nicht soo ernst gemeint war. Die Partei selbst aber konnte immer wieder darstellen, wie groß ihr Rückhalt in der Bevölkerung war, denn von den Beigetretenen hat natürlich keiner öffentlich gemacht, dass er nur beigetreten sei, damit der Gauleiter oder welcher andere an sich als Emporkömmling verachtete Nazi auch immer, nicht weiter in den Betrieb hineinpfuschen konnte.

Ein Volk von Opportunisten. Ich will nicht über die urteilen, die damals so handelten, denn in meinem Leben ist mein persönliches Heldentum noch nicht auf die Probe gestellt worden.

Aber man kann über die urteilen, die nach dem Krieg, die Freundschaft mit Verwandten und Bekannten weiter laufen ließen, obwohl bekannt war, dass der als Offizier Kameraden verpfiffen hat, was denen manchmal sogar das Leben gekostet hatte.

Als Kinder haben wir jeden Abend dafür gebetet, dass ein Verwandter aus der russischen Gefangenschaft zurückkäme. Kaum war er zurück, sagte er gegen Mitgefangene aus, die sich in den Gefangenenlagern gegen die Nazis gewendet hatten, was zum Teil zum Verlust der Pension führte. Der Kontakt zu ihm wurde aber keineswegs abgebrochen, der Onkel XY sei schließlich ein ausgemachter Herr.

Was nun in Hessen passierte, dass ein NPD Mann Ortsvorsteher von Waldsiedlung werden konnte, fußt auf einer ähnlichen Denke: Der Mann kann ja nicht nur mit dem Computer umgehen, er hat auch Manieren und solange er seinen Job als Ortsvorsteher gut macht, ist es egal, was er sonst noch vorhat.

Benehmen wird scharf getrennt von politischer Orientierung. Das ist ja bei der Storch, der Wedel und dem Gauland von der AfD nicht anders, das sind doch alles anständige Leute aus gutem Hause! Mit denen kann man ruhig mal zu Abend essen, sie auf die Jagd einladen, im gleichen Tennisclub spielen oder sie bei den Rotariern reden lassen.

Es wird so getan, als könne ein Rechtsextremer, ein Nazi oder Rassist, durchaus nett sein. Man kann ihn sogar zum Ortsvorsteher wählen.

Es darf keine Toleranz gegenüber denen geben, die unseren freiheitlichen Rechtsstaat torpedieren und abschaffen wollen.

Diese ganze Waldsiedlungs-Affaire zeigt, dass es in weiten Teilen Deutschlands und bei den dort lebenden Menschen noch immer nicht angekommen ist, dass die Garantie der Menschenrechte und die demokratischen Freiheiten nicht einfach nur da sind, so selbstverständlich wie das eigene Auto, das vor der Haustür steht. Nein, sie sind eben nicht selbstverständlich, sie sind verletzlich und müssen gehegt werden.

Nur wenn wir uns Tag für Tag klarmachen, dass wir die Segnungen unserer Verfassung verinnerlichen müssen, dass der Umgang mit ihnen ein pfleglicher sein muss, erst dann besteht die Hoffnung auf deren Erhalt.

Damit aber nicht genug. Die Tatsache, dass wir in einem freiheitlichen Rechtsstaat leben macht es uns zur Aufgabe, für diesen kämpferisch einzustehen und nicht den leisesten Verdacht aufkommen zu lassen, wir könnten dessen Feinde aus gesellschaftlicher Konvenienz tolerieren oder sie gar gewähren lassen.

Homophobie tut höllisch weh!

Unter diesem Titel veröffentlichte anlässlich des Christopher Street Days die taz einen Bericht, in dem eine Frau erzählt, wie sie mit Partnerin und ihrer beider Kind von einem Mann angepöbelt und geschlagen wurde.

Da ich Francisca, die Autorin, kenne, habe ich sie um ein Gespräch gebeten. Die erste und obligatorische Frage war natürlich, wie die Tochter, die nunmehr 5jährige Emma, damit lebt, dass ihre Eltern auf offener Straße von einem wildfremden Mann verprügelt wurden. Glücklicherweise ist sie nicht traumatisiert, die Kita Betreuerinnen und die Eltern haben keine Verhaltensveränderung an ihr feststellen können.

Wie aber haben die beiden Frauen nach diesem Übergriff gelebt?

Psychiatrische Behandlung? „Können wir uns nicht leisten“.

Habt ihr mit Eltern oder der Familie darüber gesprochen? „Daran hat uns die Scham gehindert“.

Es hat gedauert, bis ich verstand, was Francisca damit meint: Es ist dieselbe Scham, die missbrauchte Kinder oder vergewaltigte Frauen daran hindert, das Geschehene mit Dritten zu teilen. Das Opfer schämt sich. Das kann wahrscheinlich nur verstehen, wer selbst ein derart traumatisches Erlebnis hat erfahren müssen.

Ohne jegliche Hilfe von außen haben die beiden Frauen versuchen müssen und wollen, mit dem fertig zu werden, was da passiert ist. Das mag ein Rezept sein, dennoch belastet derlei jegliche Beziehung. Wut, Hilflosigkeit, Scham, man könnte schreien, um sich hauen, aber es geht nicht, das Kind und die Partnerin können ja nichts dafür.

Nach dem Angriff war der Täter ziemlich hurtig verschwunden. Etwa ein Dutzend Tatzeugen unternahmen buchstäblich nichts. Immerhin, die Polizei kam sehr schnell, handelte präzise, einfühlsam und professionell, allerdings auch wieder nicht professionell genug, denn es wurde das Offensichtliche nicht ins Protokoll aufgenommen: Der Angriff auf ein lesbisches Paar. Deshalb ging die Sache auch den üblichen Amtsweg und vorbei an den staatsanwaltlichen Stellen, die sich mit derlei Kriminalität gegen Minderheiten befassen.

Ich fragte Francisca, wie man es sich erklären könne, dass ein Mann, der ein weibliches Paar plus Kind sieht, auf offener Straße Geschlechtsverkehr anbieten könne. (You wanna fuck?) Ich erfuhr, dass sieben von zehn Männern das Signal „wir sind lesbisch“ verstehen, etwa zwei davon glauben dadurch eine Lizenz zum Grabschen zu bekommen und immerhin einer, nach ihrer Schätzung immerhin 10% der Männer, geilt die Vorstellung auf, mit einer oder mehreren lesbischen Frauen einvernehmlichen oder eben nicht einvernehmlichen Sex haben zu können.

Francisca und Anna, ihre Partnerin, sind vor einigen Jahren aus Frankreich nach Berlin gezogen, weil sie die ständigen Pöbeleien leid waren und dachten, nur in Berlin sei alles so frei, so bunt gemischt und tolerant, dass sie hier ihr Leben gestalten können, wie es ihnen behagt. Hier wurde dann die Tochter geboren und zunächst verlief die Realität konform mit den in die Stadt gesetzten Erwartungen. Seit dem Überfall im vergangenen Herbst ist nun alles anders.

Seit der Veröffentlichung in der taz, haben sich bei der Redaktion mehrere ONGs gemeldet, sogar die Staatsanwaltschaft fragte nach. Unter Wahrung der erbetenen Anonymität hat die Redaktion die Kontakte weitergeleitet.

MANEO, das schwule Anti-Gewalt Projekt in Berlin, hat gebeten, den Bericht ins Schulungsprogramm aufnehmen zu dürfen. Es gäbe fast keine Erfahrungsberichte von Übrigriffen gegen Lesben.

Wir alle denken, unsere Gesellschaft sei ja ach so liberal. Was nützt das aber, wenn es nach wie vor Menschen gibt, die ihrer Ablehnung gegen andere Lebensplanungen mit Gewalt Ausdruck verleihen? Es mögen wenige sein, für Betroffene sind es eindeutig zu viele.

Manche Lesben schützen sich dadurch, dass sie ein grelles Outfit wählen, das sie vermeintlich für Männer unattraktiv macht.

Francisca hat nichts Grelles, sie erzählt das Erlebte mit ruhiger, leiser Stimme. Sie wirkt fast verstörend gelassen. Sie lacht nicht, sie lächelt und verzaubert damit ihre Mitmenschen. Das hat sie sich bewahrt – trotz der erlebten Gewalt.

 

Ainmillerstraße 22

Das letzte Semester hatte ich in Lausanne studiert und suchte nun in München eine Bleibe.

Durch die Hilfe eines Kommilitonen, den ich aus der Zeit im Internat in Schondorf kannte, fand ich ein sehr kleines Zimmer in der Ainmillerstrasse 22, Rückgebäude. Für Pfleiderers war die Wohnung zu groß und deshalb vermieteten sie die beiden vorderen Zimmer an Studenten. Wir teilten uns mit der kleinen Familie, Flur, Wohnungstür und Gegensprechanlage.

Frau Pfleiderer hatte eine grelle Stimme und rief mehrmals am Tag die kleine Tochter Sylvia, die auf dem Hof spielte, hinauf in den dritten Stock: „Sillfiiia kimm uffi, d’Mama hat s’Essn fertig.“ Das Mädchen scherte das im Normalfall wenig, so dass die Rufe nach Sillfiia immer lauter, gellender und zorniger wurden. Dem nachbarschaftlichen Verhältnis war dies alles nicht zuträglich.

Der Kommilitone, der im größeren Zimmer wohnte, fuhr übers Wochenende immer zu seinen Eltern und überließ mir dann großzügig die Nutzung seiner Bude.

An einem Samstag hatte ich einen Freund eingeladen. Er hieß auch Hans und war der Erbe eines bedeutenden Münchner Bankhauses. Auch er war Schondorfer.

Ich hatte ihn neugierig gemacht, indem ich ihm erzählte, ich könne Käsefondue zubereiten. Wie das theoretisch geht, hatte ich im Kanton Vaud gelernt, wo uns der eine Professor zu ausgedehnten Abendessen lud, der andere deutsch-juristische Skitage organisierte, was beides nicht ohne „fondue de fromage“ abging.

Wie gesagt, ich wusste, wie das in der Theorie ging, hatte aber weder Rechaud noch Caquelon.

Nach langem Grübeln kam ich auf die Idee, das Fondue im Tauchsiedertopf zuzubereiten.

Zunächst brachten wir den Weißwein zum Kochen und fügten dann ganz langsam geriebenen Emmentaler, Gruyère und Appenzeller (je ein Drittel) hinzu.

Es war köstlich, wir tunkten das Brot in die Masse und wenn diese zu steif geworden war, steckten wir den Tauchsieder so lange in die Steckdose, bis das Zeug wieder blubberte. Dabei besprachen wir die Probleme dieser Welt und je mehr wir die Flaschen Kalterer See aus dem Tengelmann leerten, desto mehr waren wir uns darüber bewusst, dass wir diese Probleme auch lösten.

Irgendwann bemerkten wir, dass der Tauchsieder wohl nicht mehr zu retten sei, Gleiches galt für den Topf, an dessen verkalkten Wänden sich der Käse festgesetzt hatte. Wir trösteten uns damit, dass ein Tauchsieder nicht viel kosten könne. Hans fand nun, dass der Heimweg doch ziemlich beschwerlich sei und schlief auf dem Bett im Zimmer des Mitbewohners ein.

Am Sonntagmorgen klingelte es an der Tür. Da ich wusste, dass es mir nicht gelten konnte, blieb ich im Bett, hörte aber, wie die Tür des Nebenzimmers aufging, und Hans in die Gegensprechanlage rief: „Schleichts eich, Saubande, bleede, ich brauch mei Ruah.“

Als ich gegen Mittag aufstand, umkreiste mich ein neunschwänziger Kater, Hans war bereits gegangen, aber Frau Pfleiderer erwartete mich erbost. Es war nämlich der Tag von Sillfiiias Erstkommunion, und diese sollte dazu genutzt werden, die zerstrittene Familie wieder zu einen. Sie habe genau gehört, wie ich ihre Schwester durch die Gegensprechanlage beleidigt hätte, nun sei der Streit bis ans Lebensende vorprogrammiert und ich solle so schnell wie möglich meine Siebensachen packen und verschwinden.

Und wieder kamen mir meine Verbindungen aus Schondorfer Tagen zugute: Ein Klassenkamerad hatte in der Habsburgerstraße 12 eine riesige Wohnung gemietet.

Dort hing seine bedeutende Kunstsammlung an den Wänden, und weil er selten da war, war es ihm ganz Recht, dass ich dort einzog. Ich glaube, im Versicherungsvertrag stand, dass die Wohnung, in der die Kunst hing, bewohnt sein müsse.

Und so habe ich die nächsten vier Jahre in Begleitung der Herren Richter, Baselitz und Warhol zugebracht. Noch heute assoziiere ich öffentliches Recht mit Marylin Monroe, das büffelte ich im Wohnzimmer, Strafrecht war im Esszimmer dran, Mao schaute zu, und dann hing da noch die Serie „Flowers“. Naja, ich lernte ja nicht überall Jus.

Taxi

Als Student fuhr ich in München Taxi. Ich glaube, auf die Taxlerprüfung habe ich mehr gebüffelt als auf das Staatsexamen. Ich musste alle Straßen der Stadt kennen. Wie man von der Schwere-Reiter-Straße zur Willibaldstraße in Laim kommt, das musste im Schlaf runtergebetet werden.

Als ich dann tatsächlich in einem wirklichen Taxi saß, stellte sich heraus, dass ich mit dem Taxifunk vollkommen überfordert war. Das lag daran, dass ich kein bayrisch konnte und ahnte, dass ich mit fränkisch nicht weit kommen würde. Hinzu kamen Münchner Eigenheiten. Dort steht am Straßenrand kein Anhalter sondern ein Aufhalter, denn der Anhalter ist ein Platz in Milbersthofen.

Wenn ich zunächst nur altväterlicher Spott meiner Kollegen ertragen musste, die mich „preissischen Studentenburschi“ nannten, so kam es zum Funkeklat, als ich eines Nachts schüchtern anfragte, ob mir einer der Kollegen helfen könne, mein Fahrgast wolle ins Puff gefahren werden, ich wüsste aber nicht, wo derlei zu finden sei.

Schließlich musste die Zentrale eingreifen: „Kollegen, geht’s auf Kanal drei, d Oper is aus, die feine Herrschafdn woiln a sowas a neda hörn.“

Mir wurde dann auf Kanal drei, dem internen Austauschkanal unter Taxlern Aufklärung zuteil, allerdings mit dem guten Rat garniert, gleich mitzugehen, „nacher vergisst nimma, wo’s Puff ist, nedwohr.“

Ich hab’s auch so nicht vergessen, bin dann aber später dennoch ins Puff gegangen. Wenn man am in Schwabing am Kurfürstenplatz am Taxistand wartete, kam es öfter vor, dass man gebeten wurde, Essen ins Bordell in der Hohenzollernstraße zu bringen. Das war ein lukrativer Auftrag, denn zunächst gings ins Restaurant „Fiaker“ in der Belgradstraße, wo ein Henkelmann übergeben wurde und dann weiter in die Hohenzollernstraße. Während der Wartezeiten tickte die Uhr. Beim Puff angekommen, war man treppauf durch den Henkelmann als Dienstleister erkennbar, aber beim Rückweg zum Taxi machten einem die im Treppenhaus stehenden Damen Vorschläge, die mich Unschuldslamm bis hinter die Ohren erröten ließen. Die holde Weiblichkeit hatte ihre helle Freude.

Vor dem Bayerischen Hof zu warten, hatte den Vorteil, die Prominenz kennenzulernen. Einmal fuhr ich Tina Turner und ein andermal erzählte ich der Frau von Peter Alexander so herzergreifend vom harten Studentenleben, dass sie 20 Mark Trinkgeld springen ließ.

Vor dem Vier Jahreszeiten prüfte der Portier meine Englischkenntnisse, eine amerikanische Familie wollte Neuschwanstein sehen. Leider wurde nichts daraus, beim Einsteigen war die pubertierende Tochter so muffig, dass der Vater einen Wutanfall bekam und die Reise strich.

Unterdessen bin ich wieder Taxifahrer geworden.

„Bring mich doch bitte zum Flughafen Tegel“.

„Wir kommen um 13,40 in Schönefeld an, holst du uns ab, liebster Paputschi aller Zeiten?“

„Komm eine halbe Stunde später zum Hauptbahnhof, der ICE hat Verspätung.“

Gestern war es wieder einmal so weit, ich fuhr mit meiner Frau zum Hauptbahnhof, um Tochter und Enkelin abzuholen. Meiner Rolle als Taxler bewusst, ließ ich den ganzen Arm aus dem Fenster hängen. Das ist eine Armstellung, die nur Taxifahrer können und dürfen.

Was sagte da ungefragt meine holde Angetraute?

„Nimm den Arm rein, du siehst ja aus wie ein ordinärer Taxifahrer!“

Tempora mutantur…

… und wir verändern uns in ihnen. So endet der Satz, der zwar nicht wörtlich, aber dessen ungeachtet auf Ovid zurückgeht.

Schon länger frage ich mich – und einige Freunde meines Alters tun das auch – weshalb Menschen, Bekannte, ja sogar Freunde um uns in den vergangenen Jahren einen Hang zu rechtsgerichtetem Gedankengut entwickelt haben begleitet von Stetigem Beteuern, natürlich nicht pro AfD zu sein.

Das ist umso erstaunlicher, als es meine Generation war, die als erste in Europa und ganz speziell in Deutschland die Segnungen einer frei verfassten Gesellschaft genießen konnte. Dabei ist unter ihnen kaum eine® der/die im Leben und Beruf nicht erfolgreich war. Alle haben ihr gutes Auskommen und alle konnten machen, was sie wollten.

Voraussetzung für dieses Wohlergehen waren einige Garantien des Grundgesetzes wie Niederlassungsfreiheit, Freiheit der Berufswahl, Pressefreiheit, Rechtsstaat, soziale Marktwirtschaft und so weiter.

Warum wenden sich plötzlich so Viele von dem ab, was sie durchs Leben getragen hat?

Liegt es womöglich daran, dass der zweite Teil der Ovid Sentenz nicht mehr gilt? Verändern sie sich nicht mehr in den sich ändernden Zeiten? Neigen sie dazu, stehen zu bleiben, werden störrisch und weigern sich, Veränderungen anzunehmen?

Früher wurden die Menschen nicht so alt wie heute und früher änderten sich die Zeitläufte nicht so rasant wie heute. Für älter werdende Menschen ist das durchaus eine Herausforderung.

Man kann ja womöglich verstehen, dass ausländische Nachbarn für Manche gewöhnungsbedürftig sind. Aber muss das einhergehen mit Verachtung für alles Fremde? Warum brandet plötzlich der Antisemitismus wieder auf? Weshalb wird der Islam verunglimpft?

Weshalb sehen plötzlich viele von uns etwa in der Bundeskanzlerin den Urgrund allen Übels und lassen sich bereitwillig vor den Karren des Merkel bashings spannen?

Mancher, der alt wird und aufhört zu arbeiten, so scheint es mir, verliert schlagartig die Nähe zum Pulsschlag des Lebens. Umso mehr wird sich am Unverbrüchlichen, am Vertrauten, am Überkommenden orientiert.

Einfache Botschaften sind willkommene Haltegriffe für alle, denen die Zeitläufte davonlaufen.

Es ist ja nicht so, dass es der beschriebenen Spezies Mensch schlecht geht. Sie sind nicht diejenigen, die die Politik allein gelassen hat. Viele sind tatsächlich keine Anhänger rechtspopulistischer Parteien oder Bewegungen. Und doch gerieren sie sich so. Da wird eine Kapitänin Rackete als „eitel und selbstdarstellen“, dann als „Schlepperin“ verunglimpft, ein Juso-Chef, der sich mal ein paar Gedanken macht, wird zunächst absichtlich falsch interpretiert und dann mit Jauche (Stalinist) übergossen, da wird von Einwanderung asozialer Kulturen schwadroniert und festgestellt, dass in Deutschland der Sozialismus regiere oder dass Meinungsfreiheit nur dann erlaubt sei, „wenn sie links-grün verseucht ist.“

Wo ist die großzügige, elegante Coolness geblieben? Die Bereitschaft zu teilen? Die gute alte christliche Nächstenliebe? Das Tolerieren?

Ist all das wirklich ersetzt worden durch rückwärts gerichtetes Gemäkel, missgelauntes Knurren?

Warum wenden Leute, denen es verdammt gut geht, sich dem zu, was sie in früheren Jahren als ewig gestrig kritisiert und zum Teil sogar aktiv bekämpft haben? Wie konnten so viele Reformer und Ex-Revoluzzer zu erz-reaktionären Knochen mutieren?

Und warum beschimpfen sie diejenigen unter uns, die sich auch im Alter weiter offen den Veränderungen in der Gesellschaft stellen, als „freigeistige Hallodris“, die sich dem linksgrünen Zeitgeist anbiedern?

In der Ovid Sentenz heißt es ja nicht „nos et mutamur contra illis“ vielmehr steht da, wir veränderten uns mit dem Lauf der Zeit.

Liebe Gesundheitsapostel

Ich gestehe es frei, dass ich nicht zu denen gehöre, die ihr Leben dem Verzehr von Körnern oder der allgegenwärtigen Leibesertüchtigung geweiht haben.

Ich gehöre keiner der vielen Fraktionen an, die ewige Gesundheit, ständiges Wohlsein und bella figura eterna predigen. Ich schreibe diese Zeilen an Euch, liebe Gesundheitsapostel, nicht aus einer Position der Konkurrenz, ich weiß nämlich nichts besser als ihr. Wenn ich einmal ganz, ganz ehrlich sein sollte, dann weiß ich sogar nicht einmal etwas von Gesundheit, Erhaltung der Lebensqualität etc.

Ich bin einfach nur ein Konsument Eurer Ratschläge, die Ihr mir meist ungebeten zukommen lasst. Deshalb vermute ich bei Euch ein gewisses Sendungsbewusstsein, weshalb ich mir erlaube Euch „Apostel“ zu nennen.

Um es vorauszuschicken: Ich weiß, dass jeder von Euch auf seine Methode schwört und sie für alleinseligmachend erachtet.

Allerdings lehrt uns die Vielzahl der angebotenen Methoden, Lebensweisen und Ernährungsprogramme, dass alle richtig aber auch alle falsch sein können.

Meine These ist die, dass die allermeisten Ratschläge tatsächlich richtig sind, aber sind sie auch zielführend?

Da habe ich erhebliche Zweifel.

„Ich wüsste nicht, was aus mir geworden wäre, hätte ich vor 30 Jahren nicht auf alle tierischen „Fette verzichtet.“

Richtig! Das weiss nämlich niemand!  Allerdings verbreitet der obige Satz den Eindruck, der betreffenden Person, würde es heute ganz mies gehen, sie ginge am Stock, hätte Gicht und röche befremdlich, hätte sie damals nicht die Entscheidung weg vom tierischen Fett getroffen.

Beim Empfänger der Nachricht bleibt ein schlechtes Gewissen, denn ja, die Pirellis, der Schmerz im rechten Knie, das Magengeschwür und die nachlassende Beweglichkeit, das wäre sicher nicht so schlimm geworden, hätte man beizeiten die eigene Lebensweise umgestellt.

Ein schlechtes Gewissen zu generieren, ist ja gut und schön, viel schlimmer finde ich die Wirkung der verschiedenen Lehrmeinungen auf die innere Verfasstheit derer, die ihnen nachfolgen.

Wie? Die sind doch alle bumperlxunt!

Ja, körperlich. Aber im Hirn dieser Menschen hat sich der Gedanke festgesetzt, sie lebten ja so gesund, dass sie gar nicht krank werden könnten.

Ich habe es selbst erlebt: Da bekommt jemand eine Krebsdiagnose, ist noch nicht schlimm, muss aber operiert werden.

Dann beginnt eine Lauferei von Arzt zu Arzt, weil der Diagnose nicht stimmen kann, denn wer gesund lebt, kann bekanntlich nicht krank werden, das haben alle Ratgeber auch so rübergebracht.

Wertvolle Zeit geht verloren, schreckliche Zweifel beherrschen die Tage und besonders die Nächte des Kranken.

Es ist eine Qual für den Betroffenen und es ist eine Qual für dessen Umfeld, dies mit ansehen zu müssen.

Was ich damit sagen will?

Liebe Gesundheitsapostel, werdet demütiger, tut nicht so, als ob nur Ihr den Weg des Guten kennt und lasst erkennen, dass die Fährnisse des Lebens auch dem feil sind, der gesund, bewusst, bewegt und cerealophag lebt.

Im Übrigen: Langes Leben ist kein Gut an sich. Ich halte mich da an die amerikanische Erklärung der Unabhängigkeit:

Life, Liberty and pursuit of Happiness.

Jesus verraten

Gestern las ich einen Beitrag, in dem jemand schrieb, es gäbe in den Parlamenten aber auch anderswo viele Menschen, die wegen der Ehe für alle und der Fristenlösung bereit wären, Jesus an Marx und Moslems zu verraten.

So schön die Alliteration auch sein mag, die Aussage ist dennoch abwegig, denn weder Moslems noch Marxisten beschäftigen sich vorwiegend mit der Ehe für alle noch mit der Fristenlösung.

Was der Autor sagen will, ist, daß beides, die Ehe für alle und die Fristenlösung gegen Gottes Gesetz verstoßen und deshalb deren Befürworter Verrat an Jesus Christus verüben.

Eine gewagte These; der ich nicht nachgehen möchte, da ich nicht Theologe bin.

Aber das Parlament, das ja spätestens seit Caesar (et tu mi fili Brute?) ein Hort des Verrats ist, das sollten wir uns näher anschauen.

Das Haus, in dem die vom Volk gewählten Abgeordneten zusammenkommen, heißt mit gutem Grund Volksvertretung.

Die Messlatte ist dort nicht die individuelle Überzeugung jedes einzelnen Parlamentariers, sondern deren Summe. Dort werden nicht nur gläubige Christen vertreten, sondern auch Andersgläubige und auch solche Menschen, die an gar nichts glauben, kurzum ein Ort, der zum Jesusverrat denkbar ungeeignet ist.

Christen aber auch zum Beispiel Moslems gehen davon aus, dass Ihr Glaubenskonstrukt allumfassend, allesstützend und alleingültig ist. Es ist für sie schwer verständlich, dass ein säkulärer Staat auch andere Bekenntnisse oder Ansichten berücksichtigen, schützen und gewährleisten muss. Daraus ergibt sich logischerweise, dass die Normen des Rechtsstaates stets und immer über denen der verschiedenen Bekenntnisse stehen.

Was für den Gläubigen seine Bibel, sein Koran ist, ist für den Staat die Verfassung und diese lässt sich in einem demokratischen Rechtsstaat auf einen Satz kondensieren: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Die Einsicht kam zwar spät, aber nun haben die meisten Menschen begriffen, dass die Ehe für alle eine Folge der Achtung der Menschenwürde ist. Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung von dem auszuschließen, was der Staat selbst als schützenswert ansieht, war diskriminierend. „Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutz des Staates“ sagt das deutsche Grundgesetz.

Wen zwei Menschen des gleichen Geschlechts ehelich zusammenleben, schaden sie damit niemandem.

Das mag bei der Fristenlösung anders sein. Unbestritten ist, dass der Rechtsstaat allen Frauen ein Mittel an die Hand geben muss, um Schwangerschaften abzubrechen. Seltsamerweise bestreiten das fast nie Frauen, aber fast immer Männer.

Wie dem auch sei, die Menschenwürde gebietet es, dass eine Frau über sich und ihre Nachkommenschaft entscheiden können muss. Das hat der Gesetzgeber so entschieden, wohlwissend, dass, sollte sich eine Frau zum Schwangerschaftsabbruch entscheiden, dies stets eine Entscheidung zum Nachteil des ungeborenen Kindes ist. In einem säkularen Rechtsstaat gilt die Regel, dass bestehendes Leben mehr gilt als entstehendes Leben.

Das kann man richtig, falsch oder verwerflich finden. Das entscheidet jeder nach seinem Bekenntnis, und dieses, ich wiederhole mich, rangiert unterhalb der jeweiligen Verfassung.

Es ist jedermann erlaubt, dafür zu arbeiten, dass möglichst wenig Frauen die Schwangerschaft unterbrechen. Die Abschaffung einer entsprechenden gesetzlichen Regelung aber wäre ein erster Schritt weg von der Demokratie und hin zum Gottesstaat.

Fazit: Wer beklagt, dass in den Parlamenten Jesus an M&M oder wen auch immer verraten wird, der hat entweder im Fach Staatsbürgerkunde geschlafen, oder aber, er will unsere Demokratie abschaffen.

AKKronyme

Annegret Kram-Karrenbauer hier, AKK dort, Meinungsfreiheit in Not hier, Helfer in der Not dort.

Bei all dem Gezänk fällt mir auf, dass wir in eine neue Zeit der Abkürzungen schliddern. Schuld daran ist diese Frau, deren Name außerhalb des deutschen Sprachraumes vollkommen unaussprechlich ist. Warum musste sie auch in die Politik gehen? Als Lehrerin, Pfarrerin, Strumpfverkäuferin, ja sogar Bundesjustizministerin wäre der schwierige Name überhaupt nicht aufgefallen.

Immerhin, womöglich macht es Spaß sich an überkommene Akronyme zu erinnern:

GröWaZ: der größte Weiberheld aller Zeiten, wer hätte es nicht sein wollen?

FSK: die freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft. Die wirklich interessanten Filme durften wir erst sehen, als sie schon nichtmehr soo interessant waren.

MfG: gegen BKB, Mitfahrgelegenheit gegen Benzinkostenbeteiligung, studentisches Fortbewegungsmittel.

FdH, seD; Friss die Hälfte, sauf ein Drittel! Wer hätte es je befolgt?

HWG: häufig wechselnder Geschlechtsverkehr, dazu brauchte man einen

BUKo, einen Beischlafutensilienkoffer.

Dass NATO und UNO in Frankreich, Italien und Spanien OTAN und ONU heißen, lernten wir beim Diskutieren auf Campingplätzen.

RAF: Royal Air Force, Rote Armee Fraktion und Rechtsabkürzungsfimmel.

LMU: An der Ludwig Maximilians Universität habe ich studiert.

SMV: Schülermitverwaltung, welche Farce!

EHE: Errare Humanum Est, jaj,ja.

BP: Bee Pee.

SBZ: Sowjetisch besetzte Zone

FdGO: Freiheitlich demokratische Grundordnung, ein Instrument, das oft nur dazu benutzt wurde, um es zu verbiegen

EFF DEE, der Fränkische Tag, ein Weltblatt.

I.N.R.I.: Iesus Nazarenus Rex Iudeorum, im Spanischen seltsamerweise als „para más INRI“ im Gebrauch, etwa „um das Maß voll zu machen, das auch noch!“

oG: Ohne Gewähr (aber mit Pistole)

FKK: Frei Körper Kultur, denn wo die Begriffe fehlen, stellt schnell ein neues Wort zur rechten Zeit sich ein.

DKW: Der berühmte DeKaWuppdich, ein Anachronismus auf vier Rädern.

HERTIE, eigentlich Hermann Tietz, tatsächlich in Form des HÄDDI am Grünen Markt in Bamberg, das Tor zur Welt.

UdSSR: Die Sofjets, der Russe schlechthin, hatten ja auch eine KPdSU.

AGB, sind kleingedruckt und werden nie gelesen.

DM: Ja, damals war das Geld noch sein Geld wert!

WuH: Wild und Hund, da meist in konservativen Häusern gelesen, auch „Christ und Hund“ genannt.

 

 

 

 

Radikal bringts?

Gestern las ich einen Beitrag, dessen Autor sich angesichts des durch die Bundeskanzlerin angerichteten Desasters nun auf das politische Wirken der AfD hofft und darauf vertraut, sie werde ihn nicht enttäuschen.

Ich habe in einem Kommentar dazu geschrieben, die AfD werde ihn ganz bestimmt enttäuschen und ich will mal versuchen zu begründen, weshalb das so sein wird.

Es gehört zu den „essentials“ radikaler Gruppierungen, mit einprägsamen Versprechungen Anhänger zu finden:

Das vergangene Jahrhundert war ein wunderbarer Nährboden, auf dem radikale Ideen und Bewegungen nicht nur entstehen konnten, sondern sogar enormen Erfolg hatten.

Und wer wollte es abstreiten, dass das russische Kaiserreich verknöchert, überkommen und korrupt war? Es war es wert, zugrunde zu gehen. Noch dazu mit den schönen Versprechungen, es werde nach dem Zaren nur noch Wohlstand für alle geben.

Ebenso war es mit den Nazis: Die unfähige Weimarer Republik mit ihrer „Quatschbude“ in Berlin, ist nicht fähig, die Probleme der leidenden und hungernden Bevölkerung in den Griff zu bekommen. Wir, die aufrechten Deutschen, werden nicht nur zeigen, wo der Hammer hängt, sondern auch Arbeitsplätze für alle beschaffen.

Beide, Kommunisten wie Nazis hatten auch tatsächlich Anfangserfolge: Das Land erlebte es, dass Arbeitsplätze wie Pilze aus dem Boden wuchsen.

Nur, radikale Politik findet immer ihre Gegner und das wissen die Radikalen. Sie brauchen die Gegner sogar dringend. Das Kapital, die Bourgeoisie, die Juden, die Kulaken, die Flüchtlinge. Wenn man keine Gegner hat, erfindet man sie. Deshalb bauen Radikale, kaum an der Macht, einen landesweiten Spitzel- und Überwachungsstaat auf. Widerspruch oder gar Widerstand sind Verrat an der „Sache“. Liberté? Perdue!

Hinzu kommt, dass die auf wirtschaftlichen Erfolg basierende Radikalität nicht gegen die Gesetze der Ökonomie realisierbar ist. Um schnelle Erfolge zu haben, muss aber radikal durchgegriffen werden, es werden riesige Investitionsprogramme aufgelegt, nennen wir sie Schwer- und Rüstungsindustrie oder den Bau von Autobahnen. Ob das wirtschaftlich Sinn macht, ist erstmal zweitrangig. Es sind keine ökonomischen Ziele sondern politische.

Irgendwann kommt es zu inneren Problemen, und dann muss der äußere Feind her, wodurch irres Aufrüsten gerechtfertigt wird, was wieder Arbeitsplätze schafft. Aber was macht man nun mit rumstehenden Panzern?

Jawoll, man führt Krieg.

Das hat beim letzten Versuch in Europa an die 60 Millionen Todesopfer gekostet.

Der sowjetische Kommunismus hat sich noch bis zum Ende des Jahrhunderts halten können, was auch daran lag, dass die UdSSR dank amerikanischer Waffenhilfe zu den Gewinnern des 2. Weltkrieges gehört hat. Aber viel Gutes hat es den Staaten Osteuropas nicht gebracht, nennen wir es Auskommen gegen Maulhalten. Not gab es nicht, aber es gab Unterdrückung und zerrissene Familien von Warschau über Prag bis nach Berlin.

Wir können es drehen und wenden wie wir wollen, aber Radikalität hat auf die Dauer nie zu etwas Gutem geführt.

Und deshalb ist es so sicher wie das Amen in der Kirche, dass die AfD unseren hoffnungsfrohen Beitragsschreiber enttäuschen wird.

 

Frauen selber schuld?

Ich ärgere mich maßlos, wenn pubertäre Jugendliche aus den arabischen Ländern behaupten, sommerlich bekleidete Frauen seien selbst dran schuld, wenn sie vergewaltigt würden. Nicht nur machen sie damit klar, dass in ihrem Wertesystem die Frau höchstens ein Objekt ist, sie versagen ihr darüber hinaus das Selbstbestimmungsrecht, das Recht auf Gleichheit und das Recht auf Unantastbarkeit des eigenen Körpers. Das wissen wir, das tadeln wir, darüber schütteln wir den Kopf und lehnen es ab.

Was bisher noch nicht so oft diskutiert wurde ist die Tatsache, dass diese Jugendliche sich selbst disqualifizieren. Offenbar ist schon der Prophet Mohammed davon ausgegangen, dass der Mann derart hilflos seinen Trieben ausgesetzt ist, dass man die Frau vor ihm verstecken muss. Viele arabische Männer halten sich für ständig notgeile Priapen, sonnen sich im „Glanze“ ihrer immerwährenden angespannten Männlichkeit und stellen sich damit ungewollt auf eine Stufe mit Primaten, die in den Urwäldern von Baum zu Baum und von Weibchen zu Weibchen springen. Das kann doch nicht der Sinn der Sache sein.

In der Schulzeit erzählte uns der Lehrer, Triebverzicht sei eine der wichtigsten Quellen für das Entstehen von Hochkulturen. Wir fanden das natürlich doof, weil uns Kultur wurscht war und im Übrigen die Hormone zwickten. Und dennoch haben wir uns mit mehr oder weniger Erfolg zusammengenommen und somit, wie schon unsere Vorfahren, dazu beigetragen, dass wir in einer kulturellen Umgebung leben, die das gleichberechtigte Zusammenleben aller Manschen ermöglicht und zulässt. Diese hier nur skizzierten Zusammenhänge scheinen den nach Deutschland zugewanderten jungen Muslimen vollkommen unbekannt zu sein.

Da auch für sie die Schulpflicht gilt, haben wir es hier mit einem Totalversagen unserer Schulen zu tun.