Notar

Notar

In Spanien ist man, wie etwa in Bayern und Hamburg entweder Notar oder Rechtsanwalt. Auf den Balearen gibt es viele Notare (Notarios), nur wenige von ihnen sprechen deutsch oder englisch, allerdings haben die Notariate meist einen oder mehrere Mitarbeiter mit Fremdsprachenkenntnissen.

Notare geben Verträgen und anderen juristischen Dokumenten öffentlichen Glauben und achten auf die Rechtmässigkeit der abgefassten Vertragstexte.

Die Notarsgebühren sind in Spanien eher günstig, im Ausgleich dazu müssen sehr viel mehr Dokumente vor dem Notar ausgestellt werden, wie z.B. Vollmachten, Testamente, Prozessvollmachten etc. Im Regelfall sind Notare weitaus kompetenter als Rechtsanwälte, weil sie täglich mit der ganzen Spannweite des Rechts (außer Strafrecht) zu tun haben.

Der Notar kann aber keine Rechtsberatung geben.

Er schreibt nieder, was ihm gesagt wird, da kann es wegen Verständigungsschwierigkeiten schon passieren, dass in gesetzlichem Güterstand lebende Ehepaare plötzlich Gütergemeinschaft haben. Wenn es dann zur Scheidung kommt, wird ein Rechtsanwalt reich.

Bundesbürger aus Ländern mit Rechtsanwaltsnotariaten denken oft, einen Rechtsanwalt und einen Notar zu bezahlen sei unnötig. Dort wo sie daheim sind, mag das stimmen, in Spanien stimmt es mit Sicherheit nicht.

Spanische Rechtsanwälte gelten als teuer. Deshalb wird meist versucht, bei Immobilienverkäufen den Anwalt möglichst fernzuhalten. Dies wird begründet mit den immensen Gebühren, die er einstreicht. Tatsächlich soll der Rechtsanwalt bei fragwürdigen Praktiken insbesondere bei privatschriftlichen Verträgen, davon abgehalten werden, „dazwischenzufunken“.

Im Normalfall berechnet ein Anwalt 1% + Mwst. der Kaufsumme für die rechtliche Betreuung eines Immobilienkaufes. Will er mehr, sollten Sie mit ihm reden oder ihn auswechseln.

Erbschaften sind komplizierter und teurer. Insbesondere bei größeren Engagements ist 1% + Mwst. für den Rechtsanwalt angesichts der vielen Hände, die auf der Vermittlerseite dezent nach unten gewölbt aufgehalten werden, überschaubar, zumal der Rechtsanwalt haftet, wenn er einen Fehler macht. Macht einer einen Fehler, der nicht verpflichtet ist, eine Haftpflichtversicherung zu haben, z.B. der Makler, muss dieser verklagt werden.

Das ist langwierig, hat einen ungewissen Ausgang und bei Prozessen berechnet der Rechtsanwalt tatsächlich erheblich mehr als 1%.

Als allgemeine Regel gilt: Lassen Sie sich nur von jemandem beraten, der ein eigenes Büro hat. Makler und Berater, die ihr Büro im Handy oder in der Hosentasche haben, sind mit äußerster Vorsicht zu genießen.

Gleiches gilt für denjenigen, der Finanzierungen beibringt, weil der Bankdirektor sein bester Freund ist. „Somos muy amigos“ oder zu deutsch, „das ist mein bester Freund“, heißt in Spanien gar nichts, es kann bedeuten, dass sie im gleichen Laden Tabak kaufen oder aber tatsächlich, dass man gut Freund ist.

Aber auch das bedeutet ja nicht, dass dieser gute Freund aus Wasser Wein machen kann.

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