Tempora mutantur…

… und wir verändern uns in ihnen. So endet der Satz, der zwar nicht wörtlich, aber dessen ungeachtet auf Ovid zurückgeht.

Schon länger frage ich mich – und einige Freunde meines Alters tun das auch – weshalb Menschen, Bekannte, ja sogar Freunde um uns in den vergangenen Jahren einen Hang zu rechtsgerichtetem Gedankengut entwickelt haben begleitet von Stetigem Beteuern, natürlich nicht pro AfD zu sein.

Das ist umso erstaunlicher, als es meine Generation war, die als erste in Europa und ganz speziell in Deutschland die Segnungen einer frei verfassten Gesellschaft genießen konnte. Dabei ist unter ihnen kaum eine® der/die im Leben und Beruf nicht erfolgreich war. Alle haben ihr gutes Auskommen und alle konnten machen, was sie wollten.

Voraussetzung für dieses Wohlergehen waren einige Garantien des Grundgesetzes wie Niederlassungsfreiheit, Freiheit der Berufswahl, Pressefreiheit, Rechtsstaat, soziale Marktwirtschaft und so weiter.

Warum wenden sich plötzlich so Viele von dem ab, was sie durchs Leben getragen hat?

Liegt es womöglich daran, dass der zweite Teil der Ovid Sentenz nicht mehr gilt? Verändern sie sich nicht mehr in den sich ändernden Zeiten? Neigen sie dazu, stehen zu bleiben, werden störrisch und weigern sich, Veränderungen anzunehmen?

Früher wurden die Menschen nicht so alt wie heute und früher änderten sich die Zeitläufte nicht so rasant wie heute. Für älter werdende Menschen ist das durchaus eine Herausforderung.

Man kann ja womöglich verstehen, dass ausländische Nachbarn für Manche gewöhnungsbedürftig sind. Aber muss das einhergehen mit Verachtung für alles Fremde? Warum brandet plötzlich der Antisemitismus wieder auf? Weshalb wird der Islam verunglimpft?

Weshalb sehen plötzlich viele von uns etwa in der Bundeskanzlerin den Urgrund allen Übels und lassen sich bereitwillig vor den Karren des Merkel bashings spannen?

Mancher, der alt wird und aufhört zu arbeiten, so scheint es mir, verliert schlagartig die Nähe zum Pulsschlag des Lebens. Umso mehr wird sich am Unverbrüchlichen, am Vertrauten, am Überkommenden orientiert.

Einfache Botschaften sind willkommene Haltegriffe für alle, denen die Zeitläufte davonlaufen.

Es ist ja nicht so, dass es der beschriebenen Spezies Mensch schlecht geht. Sie sind nicht diejenigen, die die Politik allein gelassen hat. Viele sind tatsächlich keine Anhänger rechtspopulistischer Parteien oder Bewegungen. Und doch gerieren sie sich so. Da wird eine Kapitänin Rackete als „eitel und selbstdarstellen“, dann als „Schlepperin“ verunglimpft, ein Juso-Chef, der sich mal ein paar Gedanken macht, wird zunächst absichtlich falsch interpretiert und dann mit Jauche (Stalinist) übergossen, da wird von Einwanderung asozialer Kulturen schwadroniert und festgestellt, dass in Deutschland der Sozialismus regiere oder dass Meinungsfreiheit nur dann erlaubt sei, „wenn sie links-grün verseucht ist.“

Wo ist die großzügige, elegante Coolness geblieben? Die Bereitschaft zu teilen? Die gute alte christliche Nächstenliebe? Das Tolerieren?

Ist all das wirklich ersetzt worden durch rückwärts gerichtetes Gemäkel, missgelauntes Knurren?

Warum wenden Leute, denen es verdammt gut geht, sich dem zu, was sie in früheren Jahren als ewig gestrig kritisiert und zum Teil sogar aktiv bekämpft haben? Wie konnten so viele Reformer und Ex-Revoluzzer zu erz-reaktionären Knochen mutieren?

Und warum beschimpfen sie diejenigen unter uns, die sich auch im Alter weiter offen den Veränderungen in der Gesellschaft stellen, als „freigeistige Hallodris“, die sich dem linksgrünen Zeitgeist anbiedern?

In der Ovid Sentenz heißt es ja nicht „nos et mutamur contra illis“ vielmehr steht da, wir veränderten uns mit dem Lauf der Zeit.

Mandeln raus!

Unsere Mutter hat Volkswirtschaft studiert. Bevor sie dieses Studium hätte abschließen können, musste sie in die Kriegsproduktion und baute in Schweinfurt Kugellager zusammen.

Das war auch gut so, denn wie sie selbst zugab, wäre ihr Examen ein Fiasko geworden, sie hatte nichts verstanden.

Ihre wahre Expertise lag allerdings auf medizinischem Gebiet, Spezialabteilung Diagnose.

Da ich an jedem Morgen mit Kreislaufstörungen umfiel, war es vollkommen klar, dass das nur am Blinddarm liegen konnte. Also wurde ich nach Bamberg gefahren, wo ein willfähriger Professor sofort bereit war, mir den Blinddarm herauszureißen. Dafür hatte er zwei Gründe:

  1. Ich war damals noch Privatpatient.
  2. Mutter zu widersprechen, war nicht ratsam.

Wie sich herausstellte, war der Blinddarm kerngesund, aber man fand damals, es sei eh besser, wenn der Appendix beseitigt worden wäre.

Blöd nur, ich fiel weiter beim Aufstehen hin, mir wurde schlecht, es war ein Elend.

Mutter ließ eine gewisse Schonfrist verstreichen und diagnostizierte dann, die Mandeln wären der Grund für meine Kreislaufstörungen.

Diesmal ging es in die Uni-Klink nach Erlangen. Auch dort fand sich ein willfähriger Professor.

Wir liebten die Stadt wegen einer noch heute bestehenden Institution: Das Café Mengin (sprich wie lies) neben dem Schloss. Dort gab es Eis und auf dem Trottoir lümmelten zwei Chow Chow Hunde herum, die bereitwillig ihre lila Zunge herzeigten. Wir erfuhren dort staunend, es handele sich bei der Familie Mengin um französische Hugenotten, deren Namen „Monshin“ auszusprechen sei. Das war natürlich Quatsch, denn am Haus, auf den Löffeln, auf Tellern und Servietten stand doch ganz deutlich „Café Mengin“.

Nach einem ausgiebigen Besuch beim Mengin wurde ich mit dem Versprechen eingewiesen, dass mich jeden Tag „wer“ besuchen werde, und auch ganz bestimmt ein Eis mitbringen würde, denn das sei bei Mandeloperationen das wichtigste Mittel für die Genesung.

Die Operation war grässlich, weil ich nur örtlich betäubt war. Der Doktor fummelte mir im Mund herum und ich konnte nichts sagen. Böse Zungen behaupteten später, Letzteres hätte mich besonders gestört.

Einen Tag nach der Operation kam Mutter und brachte tatsächlich ein Eis mit. Ich erkannte sofort: Es war das fuchziger Eis von Langenese. Ich fand das mickrig.

Tags darauf kam Vater mit einer riesigen Tüte Eis vom Mengin, ich schätzte für mindestens 2 Mark. Dafür konnte man sich schon mal operieren lassen.

Als meine Mutter nach Abgabe eines weiteren 50 Pf Bechers einmal der ärztlichen Visite beiwohnte, erfuhr ich, dass die entfernten Mandeln etwas zerklüftet, aber ansonsten kerngesund waren.

Am kommenden Tag, nach dem ich die zwei Mark Tüte verdrückt hatte, besprach ich das Dilemma mit meinem Vater, denn es war ja abzusehen, dass ich morgens weiterhin umfallen würde. Die Weisheit seiner Antwort habe ich tatsächlich erst sehr viel später begriffen: „Wenn du einmal verheiratet sein wirst, wirst du das alles sehr viel besser verstehen.“

Und tatsächlich, ich fiel weiter um, und so konsultierte Mutter schweren Herzens die Kinderärztin in Ebern.

Diese riet zu zehn Tropfen Efortil vor dem Aufstehen.

Und siehe, der HErr wirkte ein Wunder und mir wurde morgens nimmer schlecht.

 

Versagen auf allen Ebenen

Alle wissen wie es geht: Das Volk wählt die Abgeordneten, diese wählen den Regierungschef und das Ganze wird von Richtern kontrolliert.

Man nennt das Gewaltenteilung. So funktionieren die demokratischen Staaten der Welt

Warum das dort, wo sich einige dieser Staaten zur EU zusammentun, nicht gelten soll, ist unklar.

Warum es bei der Wahl des Präsidenten der Europäischen Kommission anders sei soll, versteht nur, wer resignierend einsieht, dass sich so die Regierungschefs der EU eine Lizenz zum Kungeln erteilt haben.

Zwar ist es richtig, dass weder Weber noch Timmermans, die beiden Spitzenkandidaten bei den Europawahlen im Parlament eine Mehrheit hatten. Daran schuld ist am wenigsten der Wähler. Verantwortung tragen die im europäischen Parlament vertretenen Parteien. Erst durch ihre Unfähigkeit, ihre Stimmen auf einen der beiden Kandidaten zu konzentrieren, haben sie den Regierungschefs die Möglichkeit gegeben, so zu handeln, wie ich es aus meiner Zeit in der Schülermitverwaltung kenne: Die Kleinen da unten können sich nicht einigen, also übernehmen jetzt wir, die Lehrer.

Der Eindruck, Macron hätte darauf von vornherein hingearbeitet, macht sich breit. Und der Verdacht, er habe das deshalb getan, weil er der Bundeskanzlerin eins auswischen wollte, ist nicht von der Hand zu weisen. Es muss ja auch frustrierend sein, wenn der Präsident der „Grande Nation“ seit Amtsantritt von Frau Merkel vor den Augen der Welt immer dann übersehen wird, wenn er einen Vorschlag zur Reform Europas macht. Es verwundert, dass Paris wegen dieser unerträglichen Arroganz aus Berlin nicht schon viel früher in die Trickkiste gegriffen hat.

Immerhin, im Europäischen Rat machte man den Versuch, das Prinzip „Spitzenkandidat“ zu retten und einigte sich auf den Sozialisten Timmermans. Hony soit qui mal i pense, aber es scheint, als sei es der Bundeskanzlerin leichtgefallen, auf Weber zu verzichten.

Nun also stand Timmermans strahlend auf dem Schild. Was dann geschah, ist schier unfassbar: Polen, Ungarn und Tschechien lehnen diesen Mann ab mit der Begründung, der Schuft habe es gewagt, nachprüfen zu lassen, ob bei ihnen zu Haus alles mit rechten Dingen zugeht. Sekundiert werden sie von der Slowakei, wo kritische Journalisten um ihr Leben bangen müssen und von Italien, wo ein ganzes Land von seinem Innenminister einer „enculination générale“ (excuse my french) ausgesetzt wird.

Wir sind also unterdessen so weit gekommen, dass die Hühnerdiebe den Staatsanwalt verhindern können.

In dieser Situation des „rien ne va plus“ wird nun Ursula von der Leyen aus dem Hut gezaubert.

„Ja, irgendetwas musste doch angesichts der Lage passieren!“

Unter diesem Motto und nur unter diesem Motto kann man die Nominierung der Bundesverteidigungsministerin verstehen.

Das Schlimme ist, dass es unterdessen überhaupt nicht mehr darum geht, ob die Dame für das Amt geeignet ist oder nicht.

Die demokratische Glaubwürdigkeit Europas ist nachhaltig beschädigt worden. Nun liegt es an den Parlamentariern in Strassbourg, von der Leyen nicht zu wählen, damit sie uns Wählern noch in die Augen schauen können.

 

Auf dem Hof

Unsere Kindheit wäre erheblich langweiliger verlaufen, hätte es nicht den Gutshof gegeben. Zunächst gab es dort noch Kühe, Pferde und Schweine.

Ich mied den Kuhstall, weil ich fürchtete, die Viecher würden mir die kurzbehosten Beine mit ihrer riesigen Zunge ablecken. Vater bot mir 50 Pf, wenn ich mich traute, einmal den Futtertrog rauf und wieder runter zu laufen. Das war viel Geld und so überwand ich mich. Keine der Kühe hat geleckt. Meine „Heldentat“ war Thema beim Mittagessen und einer der „Besücher“ sagte, er habe im Kuhstall immer Angst, dass die Tiere ihm mit ihrem dreckigen Schwanz ins Gesicht schlügen. Nun hatte ich keine Angst mehr von vorne, dafür aber von hinten.

Unser Feind war der Schweizer. Der sprach fränkisch. Schweizer hatten immer ein rot-weiß gestreiftes Hemd an, und auf mindestens einer Schulter prangte ein Kuhfladen.

Weil ursprünglich die besten Rindviehpfleger aus dem CH-Land kamen, wurde ihre Herkunft zur Berufsbezeichnung. Unser Schweizer wollte nicht, dass wir im Heuboden spielten. Er meinte, wir trampelten die getrockneten Blüten kaputt und darunter leide die Qualität der Milch. Als Vater ihm sagte, wir dürften sehr wohl auf dem Heuboden spielen, war das für ihn eine herbe Niederlage. Ab sofort hasste er uns. Zunächst „vergaß“ er eine Gabel im Heu, was gefährlich hätte enden können. Unsere Rache war, dass wir auf die Gabel kackten. Das petzte der Schweizer unserem Vater, woraufhin wir das mit der Gabel petzten. Wir ernteten eine Kopfnuss, der Schweizer einen Anschiss.

Mich faszinierte jeden Morgen die Zeremonie des Anlassens der beiden Lanz Bulldogs. Diese schwarzen Monster wurden mit einer Lötlampe vorgeheizt und dann mit Manneskraft angekurbelt. Sobald die ersten schwarzen Wolken aus dem schornsteinartigen Auspuff kamen, war es bald geschafft.

Wenn wir mit all unseren Freunden im Hof spielten, „irrten“ wir ganz gewaltig, das heißt, wir störten diejenigen, die dort arbeiteten. Andererseits waren die auch ganz froh, auf diese Weise ihre Kinder in Sichtweite zu haben, denn überall lauerten mögliche Fährnisse: glühendes Eisen in der Schmiede, Sägen in der Schreinerei, heißes Pech wo die Bierfässer der Göcherles Brüh von innen ausgepicht wurden. Alles sehr verlockend und sehr verboten.

Im Herbst wenn sich der Gutshof in eine große Schlammpfütze verwandelt hatte, dann wurden Kartoffeln für die Schweine gedämpft. Ich glaube, das Ungetüm, das dann aufgestellt wurde, funktionierte nach dem Prinzip des Schnellkochtopfes. Wichtig war nur, dass köstliche Pellkartoffeln dabei entstanden, von denen wir uns bei jeder Ladung aus dem Kocher eine holten, bevor sie die Arbeiterinnen in den Kartoffelsilos feststampften.

Wenn es zum Abendessen Pellkartoffeln mit Quark (Zieberleskäs) gab, maulten wir, aber wenn es Dämpfkartoffeln ohne Quark gab, dann war das ein Fest.

In einer Ecke der Scheune lag die „Südn“ herum, vulgo Spreu, die als Rauhfutter den Schweinen und den Kühen gegeben wurde. Wir brauchten die Südn für etwas anderes: Wenn einer von uns über die Stränge schlug, wurde er hineingeworfen. Das war eine Höchststrafe, denn die schrecklich piksenden Spelzen und Grannen bekam man tagelang nicht aus den Kleidern, und frische Wäsche gab es halt nur am Samstag.

Als mir das einmal widerfuhr, führte das zu Sprachstudien, denn die „Südn“ ist trocken, wenn man aber von einem Regenguss durchnässt wurde, dann war man südnnass.

Sea Watch 3

Carola Rackete hat gegen italienische Gesetze verstoßen, deshalb ist es nur richtig und konsequent, dass sie verhaftet wurde und dass ihr der Prozess gemacht wird. In den sozialen Medien verstieg sich sogar jemand dazu zu behaupten, alles andere sei der Beginn des Unrechtsstaates.

Auch die italienische Verfassung sagt, dass der Staat Garant der Menschenwürde sei.

Das ist selbstverständlich.

Bundespräsident Steinmeier hat vollkommen richtig gesagt, schließlich sei Italien ja nicht irgendein Staat. Nicht nur gehört das Land zu den Gründungsmitgliedern der EU, die sich auch als Wertegemeinschaft versteht, Italien hatte schon eine Hochkultur, die auch das Wort „humanitas“ kannte, als wir nördlich der Alpen noch auf den Bäumen saßen und Eicheln rülpsten.

Auf den ersten Blick hat die Kapitänin Rackete italienisches Recht gebrochen. Wer nur darauf schaut, vergisst, dass die Grundrechte stets und immer über dem gesetzten Recht stehen. Wo der Staat die Würde des Menschen, die Unverletzlichkeit von Leib und Leben nicht mehr garantieren kann oder will, dort herrscht der sogenannte übergesetzliche Notstand.

Wenn 42 Menschen von einem Schiff aus dem Meer gefischt werden, ganz einerlei, ob das Schiff zufällig vorbeikam oder dort in humanitärer Mission kreuzte, dann muss es den nächsten sicheren Hafen anlaufen dürfen. „Sicher“ bedeutet dabei nicht nur geschützt hinter einer hohen Hafenmole, sondern auch, dass im Land, zu dem der Hafen gehört, voraussehbar den Opfern nicht erneut Unrecht getan wird.

Wenn nun ein Land, das ein Rechtsstaat ist, Hilfe und Anlanden verweigert, dann missachtet es seine eigene Verfassung, es ist nichtmehr Garant dessen, was die eigene „magna carta“ vorgibt. Die Menschenwürde wird dann nicht nur bezüglich der Opfer missachtet, sie wird auch bezüglich der Helfer mit Füßen getreten, denn niemandem ist zuzumuten, zur Untätigkeit gezwungen zu werden, wo man helfen könnte.

Wenn tatsächlich, wie von der Kapitänin befürchtet, einige der Flüchtlinge über Bord gesprungen wären und den Tod gefunden hätten, hätte man sich fragen müssen, ob die Kapitänin wegen unterlassener Hilfeleistung strafbar geworden wäre. Das Recht auf das Leben und das Recht auf Unverletzlichkeit des Leibes ist ein höheres Rechtsgut als die Gefahr, wegen Missachtung der Hafenordnung ins Gefängnis gesteckt zu werden.

Es ist unbestreitbar, dass es freiwillig gewesen wäre, wenn Menschen ins Meer gesprungen und dort ertrunken wären. Allerdings kann kein vernünftig denkender Demokrat behaupten, der Rechtsstaat habe das Recht, Menschen in die Verzweiflung zu treiben.

Wenn der Innenminister Salvini noch so sehr in menschenverachtender und widerlicher Art und Weise schimpft, sich über Frau Rackete mokiert und damit vergessen machen will, dass da mehr als 40 Menschenleben auf dem Spiel standen, dann sagt das in erster Linie etwas über den Charakter dieses Herrn aus.

Dass es die Menschen, die Italien wohnen, zulassen, dass ihre Regierung eine Politik auf Stammtischniveau betreibt, ist betrüblich aber hoffentlich ein vorübergehender Zustand.

Salvini hat ohne Not in Italien partiell das Recht auf Menschenwürde außer Kraft gesetzt. Für die davon Betroffenen ist das ein übergesetzlicher Notstand. Entgegen geltendem Recht die Einhaltung der Grundrechte zu erzwingen, ist nicht nur legitim, es ist auch Pflicht.