Wohin soll ich bloss mit meinem Geld?

Die Wirtschaftskrise, aus der wir längst noch nicht draussen sind, bewirkt die erstaunlichsten Entwicklungen. Nachdem die Banken durch ihre eigennützige und fehlerhafte Anlageberatung jedwede Glaubwürdigkeit verloren haben und offenbar auch nciht in der Lage sind, alternative oder neue Investmentmöglichkeiten zu schaffen, werde jetzt sogar ich gefragt, wo man sinnvollerweise investieren könnte. Mich erstaunt das sehr, denn ich bin nun wirklich kein Anlageberater.

Ich habe den Verdacht, dass man mich in erster Linie deshalb fragt, weil man möchte, dass ich mich zur Werthaltigkeit von Immobilien auf den Balearen äussern soll. Na, dann tu ich das mal:

Durch den Kauf einer Ferienimmobilie auf den Balearen macht man bestimmt nichts Falsches. Das investierte Geld bringt zwar keine Zinsen, aber die Werthaltigkeit ist dann so gut wie sicher, wenn man die Immobilie nicht mit Hilfe einer Hypohek finanziert hat. Gerade in Krisenzeiten kann es passieren, dass dem Hypothekenschuldner das Geld ausgeht, und dann muss er zur Unzeit zu jedwedem Preis verkaufen.

Falsch ist die Annahme, man könne eine solche Ferienimmobilie zu einem Renditeobjekt machen. Man will das Häuschen ja schliesslich auch selbst nutzen, deshalb kommt nur wochenweise Vermietung in Betracht, … und die ist verboten, zumindest auf den Balearen. Das haben die Hoteliers so durchgesetzt, die die Konkurrzne der Privatvermieter scheuen. Nun ist es ja bekanntlich so, dass es immer wieder Zeigenossen gibt, denen es vollkommen wurscht ist, was legal und was illegal ist, und die dennoch wochenweise vermieten. Sie nehmen dabei billigend in Kauf, dass das so erwirtschaftete Geld bei ihnen stets kohlpechrabenschwarz ist, denn für illegale Tätigkeiten sollte man tunlichst keine Rechnung ausstellen. (Motto: Ich mach zwar Unerlaubtes, aber blöd bin ich nun auch wieder nicht). Die Gefahr, von der örtlichen Tourismusbehörde erwischt zu werden, hängt davon ab, wie gut oder schlecht Sie sich mit Ihren Nachbarn stehen. Alle bisher durch meine Hände gegangenen, zum Teil sehr saftigen, Strafen gingen auf Anzeigen missgünstiger Nachbarn zurUck.

Abzuraten ist von der Investition in reine Mietobjekte. Es gibt in Spanien nicht eine Mieterkultur wie in Deutschland oder der Schweiz. Don’t be gentle, it’s a rental, ist hier das Motto. Die Mietsache bekommen Sie vollkommen runtergewohnt wieder, nachdem Sie den zahlungsunwilligen Mieter nach langem Prozess rausgeworfen haben.

Andere Anlagemöglichkeiten? Naja, Palmölplantagen sollen sehr rentabel sein, nur sind sie so umweltschädlich, dass man tunlichst verschweigt, wo man sein Geld reingesteckt hat. Auch indische Textilfabriken locken mit hohen Renditen, aber wer will diese schon mit Kinderarbeit verdienen? „Compliance“ ist längst für Wirtschaftsunternehmen ein Thema und wird es in zunehmendem Masse auch für Privatpersonen.

Neulich habe ich von einer relativ neuen Anlagemöglichkeit gehört: Wald Fonds. In Nord- und Südamerika gibt es das schon seit langem, aber in Mitteleuropa ist es neu. Wald hat keine hohe Rendite, 2% ist viel. Aber die Werthaltigkeit von Wald ist nur mit der von Edelmetallen zu vergleichen.. Bei grossen Vermögen ist es üblich geworden, etwa 10% desselben in Wald anzulegen. Derzeit werden da enorme Gewinne erzielt, da die Nachfrage nach Wald steigt, und damit die Preise ebenfalls.

Nur, wie bewirtschafte ich meinen Wald, wenn ich von Beruf Anwalt bin, und deshalb vom Wald keine Ahnung habe?

Wer mehr wissen möchte, kontaktiere mich bitte.

Kündigung von Verträgen

Immer wieder muss ich mich damit auseinandersetzen, dass deutsche Klienten einen spanischen Vertrag einseitig kündigen, oder, das kommt insbesondere beim Mietvertrag vor, dass man die vertraglichen Leistungen einseitig verändert. Ich denke da insbesondere an Mieteinbehalt wegen Mängeln an der Mietsache.

Was in Deutschland rechtens ist, ist nicht automatisch in Spanien rechtens. Das deutsche Zivilrecht ist eine weisen Männern des 19 Jahrhunderts entsprungene Neuschöpfung, die später von den Griechen und den Japanern kopiert wurde. Mit dem Recht anderer Länder hat das deutsche Zivilrecht nur wenig gemein.

Das spanische Zivilrecht läuft fest in der Nachfolge des römischen Rechts. Da heisst es:  „Pacta sunt servanda“, frei übersetzt: „Was ausbedungen worden ist, muss erfüllt werden.“ Konsequenterweise sieht das spanische Recht nur sehr begrenzte Möglichkeiten vor, in denen geschlossene Verträge einseitig aufgekündigt werden können, eigentlich nur dann, wenn Vertreter für Dritte einen Vertrag geschlossen haben.  (Art 1293 Códico Civil).

Art. 1256 des Código Civil sagt wörtlich:“Die Gültigkeit oder dier Erfüllung der Verträge unterliegen nicht der Entscheidung einer der parteischliessenden Parteien.“ Klarer geht’s nicht.

Das bedeutet: Eine Veränderungen der im Vertrag ausbedungenen Rechte und Verpflichtungen kann entweder nur einvernehmlich durch die Parteien geschehen oder aber durch das Gericht.